VERANSTALTUNGS-TIPP

 


MUSEEN DER KURPFALZ

Kurpfälzisches Museum
Heidelberg

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Mannheim

Historisches Museum
Speyer

Neben diesen drei Museen, die sich intensiv mit der Geschichte der Kurpfalz beschäftigen, gibt es noch viele lokale Heimat- und Regionalmuseen, deren Besuch sich auch lohnt, hier aber leider nicht namentlich erwähnt werden können!

UNSER BÜCHER-TIPP

Reisen in die Geschichte

Als Deutschland noch nicht das Deutschland von heute war: eine Lesefazination der besonderen Art. Wer mit Bruno Preisendörfer "unter-
wegs" ist, erlebt Geschichte pur, der Autor nimmt den Leser mit auf eine spannen-
de Reise in ein "teutsches Land", das noch nicht Deutschland war.

"Reise in die Lutherzeit"

"Reise in die Goethezeit"
Galiani Verlag Berlin

Unsere Empfehlung:
Unbedingt lesenswert!


Abschied von einem echten (Kur-)Pfälzer

Feierlichkeiten zur Beerdigung von Alt-Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl in Speyer / Zum Klang der Kaiserglocke wird der „Kanzler der Einheit“ zu Grabe getragen / Requiem im Kaiserdom / Staatsgäste aus Deutschland und der ganzen Welt / Militärisches Abschiedszeremoniell auf dem Domplatz / Tausende säumen die Straßen

Die Kaiserglocke im Dom zu Speyer ist nur selten zu hören, an hohen Festtagen, wenn der Papst oder ein Bischof des ehemaligen Fürstbistums verstorben ist. Ihr tiefer, monotoner Klang ist dann weithin zu hören: Von Speyer bis in die umliegenden Dörfer der Pfalz, bei Westwind sogar tief ins badische Land auf der anderen Rheinseite! Wenn die Maximilianus Josephus-Glocke (5,4 Tonnen schwer, ein Durchmesser von mehr als zwei Meter) zu hören ist, wissen die Menschen in der alten Kaiser- und Domstadt am Rhein, dass es ein besonderer Moment ist, der geradezu zum Einhalten, zum Stehenbleiben auffordert. So auch an einem trüben, regnerischen Sommertag, wir schreiben den 1. Juli 2017.

Ein mit der Bundesdienstflagge verhüllter Sarg wird von acht Generälen und Admirale eskortiert durch den Kaiserdom vom Hochaltar zum Haupteingang getragen. Die Kaiserglocke überträgt ihren Klang vibrierend tief hinein in das fast 1.000-jährige Gotteshaus, wo acht deutsche Kaiser und Könige des Mittelalters ihre letzte Ruhe gefunden haben. Über 900 Menschen, darunter Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundeskanzlerin Angela Merkel, der frühere US-Präsident Bill Clinton oder EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker, geben einem Staatsmann das letzte Geleit, der wohl wie kein anderer bundesdeutscher Politiker die Welt, vor allem aber Deutschland und Europa, so entscheidend über 16 Jahre hinweg mitgeprägt hat: Dr. Helmut Kohl!

Der letzte Wunsch des „Kanzlers der deutschen Einheit“ des „Vaters des neuen Europas“ war es gewesen, nach seinem Tod in „seinem Dom“ in Speyer begraben zu werden. Eine Hoffnung, die letztendlich aber nicht erfüllt werden konnte, denn der Kaiserdom als Begräbnisstätte ist allein den mittelalterlichen Kaisern und Königen, sowie den amtierenden und ehemaligen Bischöfen von Speyer vorbehalten. Aber mit dem Friedhof des Domkapitels – neben der deutsch-französischen Friedenskirche St. Bernhard im heutigen Adenauer-Park gelegen – wurde aber der für Helmut Kohl passende Ort seiner letzten Ruhestätte gefunden.

Für Speyer eine ganz besondere Ehre, für kurze Zeit noch einmal im Mittelpunkt deutscher, ja europäischer Geschichte zu stehen. Das wohl letzte „imperialen Begräbnis“ in Deutschland wird die einstige „metropolis germaniae“ noch in Generationen mit dem „Kanzler der Einheit“ Helmut Kohl in Verbindung bringen. Und die vielen Tausend Menschen, die trotz des Dauerregens zum Kaiserdom gekommen sind, oder schweigsam die Fahrt zur letzten Ruhestätte durch die Maximilianstraße verfolgen, werden diesen Moment der Zeitgeschichte zum Klang der Kaiserglocke wohl nie vergessen.

War das von zahlreichen Kardinälen und Bischöfen gefeierte Requiem bereits von einer besonderen Stimmung begleitet, wurde das militärische Abschiedszeremoniell auf dem Domplatz sicher zum gefühlsbetonendsten Moment der gesamten Trauerfeierlichkeiten. Zum Läuten der Kaiserglocke präsentierte das Berliner Wachbataillon der Bundeswehr das Gewehr, die Deutschlandfahne wurde gesenkt, das Musikkorps intonierte die für ein solches Ereignis vorgeschriebene Musikstücke, samt deutscher Nationalhymne und dem traditionsreichen Lied vom „guten Kameraden“! Manch einer erinnerte sich in diesem Moment an den „Großen Zapfenstreich“ für Helmut Kohl zu dessen Abschied aus dem Regierungsamt nur wenige Schritte entfernt auf dem Festplatz der Domstadt.

In diesem Moment dürften wohl die wenigsten Menschen an die unschönen Momente im Leben Helmut Kohls, seine Familienzwistigkeiten oder seine politischen Fehler, denken – es ist ein würdevoller Abschied, der einem letztendlich ganz besonderen Menschen zuteil wird. Und es ist ein ganz besonderer Moment für Speyer, wo die Region, Deutschland, Europa, vielleicht sogar die ganze Welt Abschied genommen hat von einem Staatsmann – und einem echten, in seiner Heimat tief verwurzelten Pfälzer! (og)

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