Kurpfalz Regional Archiv

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* Auch nach 1000 Jahren der Weg als Ziel

07.09.09 (Altlußheim, Neulußheim, Reilingen, Speyer)

Historischer Jakobsweg reaktiviert / Lückenschluss zwischen Rothenburg ob der Tauber und Speyer / Auch durch Reilingen, Neu- und Altlußheim / Offizielle Einweihung am 12. September 2009 durch den katholischen Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann (Speyer) und den evangelischen Pilgerpfarrer Dr. Oliver Gußmann aus Rothenburg
Seit über 1000 Jahren liegt Reilingen an gleich zwei überaus bedeutsamen Wegverbindungen: Die historische Kaiserstraße, auf der einst die Herrscher des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nationen zwischen Prag, Nürnberg, Wimpfen, Speyer und weiter bis nach Aachen unterwegs waren, und der nicht minder bedeutsame Pilgerweg zum legendären Apostelgrab ins nordspanische Santiago di Compostela. Beide Strecken passierten dabei auch die Burg Wersau, wo seit einigen Tagen an der Brücke über die Kraichbach mit der Jakobsmuschel ein markantes Wegzeichen angebracht ist und deutlich daran erinnert, dass es den historischen Jakobsweg wieder gibt.
In Zusammenarbeit mit verschiedenen Jakobusgesellschaften und –initiativen, dem Land Baden-Württemberg, den Städten und Gemeinden am Weg, den Kirchengemeinden, Touristikgemeinschaften und Wandervereinen wurde in den vergangenen Monaten der seit Jahrhunderten begangene Jakobsweg von Rothenburg ob der Tauber zum Kaiserdom nach Speyer neu ausgeschildert. Damit wurde die letzte Lücke des vom polnischen Krakau herkommenden Pilgerweges dank der Initiative des Mühlhausener Pfarrers Manfred Tschacher geschlossen. In der freien Natur mit der gelben Muschel auf blauem Feld deutlich markiert, kann der Weg inzwischen auch im Internet unter www.jakobsweg-rothenburg-speyer.de als Karte abgerufen werden. Außerdem wurde dieser Tage auch ein Flyer zum neuen, alten Jakobsweg gedruckt, um allen Pilger, Wanderer und Radfahrer die Orientierung zu erleichtern.
Übersichtlich stellt das Prospekt den Weg in seinen wichtigsten Stationen vor. In Tabellenform können die genauen Entfernungen der einzelnen Orte abgelesen werden, die Telefonnummern der Informationsstellen der Städte, Gemeinden und Fremdenverkehrsvereine sind aufgelistet. Außerdem werden Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten genannt, ebenso die Anschlüsse mit Bus und Bahn. Die Rückseite des Flyers stellt dann die einzelnen Pilgerstationen und Sehenswürdigkeiten am Jakobsweg in Wort und Bild vor.
Auf seiner Route von Ost nach West führt der Jakobsweg durch faszinierende Landschaften. Die Hohenloher Ebene ist eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch, die naturnahe Jagst hat ein landschaftliche reizvolles Tal geschaffen. In Jagstfeld erreicht der Pilger das Neckartal und der Weg zieht von Bad Wimpfen über Sinsheim weiter durch das Kraichgauer Hügelland. Von der Wallfahrtskapelle auf dem Letzenberg, von wo man an klaren Tagen eine herrliche Sicht bis zum Kaiserdom nach Speyer hat, führt der Pilgerweg hinunter in die Rheinebene. Von Rot und St. Leon kommend führt der Weg durch die Reilinger Kisselwiesen hin zur ehemaligen Burg Wersau. Über den Burgweg kommt der Wanderer oder Radfahrer schließlich in die Spargelgemeinde, die er dann über den Speyerer Weg in Richtung Neulußheim wieder verlässt. Von dort führt der Weg weiter nach Altlußheim und endet schließlich vor dem Kaiserdom in Speyer, wo zugleich die Jakobswege durch das Elsaß, durch Burgund sowie durch Lothringen beginnen.
Der neue Jakobsweg von Rothenburg ob der Tauber nach Speyer ist ein Pfad für Natur- und Kunstliebhaber und erhält am kommenden Samstag, 12. September, seine kirchliche Weihe – und zwar in ökumenischer Eintracht durch den Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann und den evangelischen Rothenburger Pilgerpfarrer Dr. Oliver Gußmann.
Die feierliche Einweihung des Jakobswegs beginnt um 10 Uhr in der Pfarrkirche St. Cäcilia in Mühlhausen mit einer Eröffnungsstation und der Aussendung der Pilger. Der Weg führt über die beiden Waldkapellen nach Rettigheim, wo in der Pfarrkirche St. Nikolaus dann ein ökumenischer Gottesdienst stattfinden wird. Nach den Ansprachen von Landwirtschaftsminister Peter Hauk und dem Mühlhausener Bürgermeister Karl Klein MdL kommen die Natur- und Kunstliebhaber voll auf ihre Kosten – der neue Jakobsweg soll wie schon vor mehr als 1000 Jahren als Weg zum Ziel werden.

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