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* Bedeutung des Waldes für die Naherholung gewürdigt

16.10.07 (Reilingen)

Reilinger Gemeinderat stimmt dem Betriebsplan für das Forstwirtschaftsjahr 2008 für den Gemeindewald zu / Zum ersten Mal seit Jahrzehnten wird ein Überschuss erwartet
Die Spargelgemeinde zählt mit 700 Hektar Waldfläche, das sind 42,8 Prozent der Gemarkung, zu den waldreichen Gemeinden im Rhein-Neckar-Raum. Wegen seiner Standortungunst und der regionalen Waldgeschichte besteht der Gemeindewald heute in weiten Teilen aus Kiefern. Durch entsprechende Unterbaumaßnahmen sowie Förderung anderer Baumarten wie Douglasie, Buche oder Eiche wurden aber in den letzten Jahren erste Schritte in Richtung Mischwald und Verbreiterung der Baumartenpalette unternommen. Bei einer gemeinsamen Waldbegehung unter der fachkundigen Leitung von Oberforstrat Sebastian Eick und dem zuständigen Revierförster Richard Mertel konnten sich die Reilinger Gemeinderäte jüngst selbst ein Bild vom Zustand des Gemeindewaldes machen.Am Montagabend stand nun der Betriebsplan für das Forstwirtschaftsjahr 2008 zur Verabschiedung auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung. Das Kreisforstamt Neckargemünd als Nachfolgeeinrichtung des bisherigen Forstamtes in Schwetzingen hatte das Zahlenwerk erstellt, das Bürgermeister Walter Klein zunächst den Zuhörern, darunter eine große Abordnung der örtlichen Jägerschaft, zu Beginn der öffentlichen Sitzung vorstellte. Auffallend war dabei, dass zum ersten Mal seit vielen Jahren ein Überschuss von rund 5600 Euro aus dem Bewirtschaftungsplan zu erwarten ist. „Ich kann mich nicht entsinnen, wann wir in den letzten Jahrzehnten einmal eine so hohe Einnahme aus dem Gemeindewald hatten“, so ein sichtlich erfreuter Bürgermeister. Als Grund nannte er vor allem den gestiegenen Holzpreis, denn so seien für den Verkauf von Brenn-, Stamm- und Industrieholz voraussichtlich 36600 Euro zu erwarten. Die Bewirtschaftungskosten würden mit 31500 Euro aber ähnlich hoch liegen wie in den vergangenen Jahren. Allein für die Holzernte und –aufbereitung seien für den Einsatz von Waldarbeitern, Rückeunternehmern und Erntemaschinen mit rund 16000 Euro zu rechnen.
Über Jahrhunderte hinweg galt der Wald als „Sparkasse“ von Herrschaften, Adelshäusern oder Kommunen und wurde auf zwei ganz verschiedene Weisen genutzt: Einerseits lieferte er Bau- und Brennholz, diente als Viehweide, andererseits bot er Erholungssuchenden und Verliebten ein lauschig grünes Dach. Wer einen Wald aber heute nur nach der Maßgabe bewertet, wie viel Holz sich darin schlagen lässt, verrät keine höhere Einsicht als die Bauern des Mittelalters, die den Wert der Wälder lediglich danach bemaßen, wie viele Schweine von den Eicheln satt wurden.
Die Funktion des Waldes sei inzwischen viel umfassender, so Walter Klein, der an dessen Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion erinnerte. Als Wasserspeicher und Luftfilter sei der Reilinger Gemeindewald von lokaler und regionaler Bedeutung. „Der Waldboden filtert und reinigt das Wasser, so dass wir nachweislich mit das beste Trinkwasser im ganzen Land haben.“ Und das Sammeln von Beeren und Pilzen würden gerade in dieser Jahreszeit viele Besucher und Erholungssuchende in den Wald locken. Im Bereich „Reilinger Eck“ mit seinen Dünenfelder seien zudem schutzwürdige Waldbereiche als ausgewiesener Schonwald unter Schutz gestellt worden.
Sprecher aller Fraktionen betonten ebenso wie das Gemeindeoberhaupt zuvor den ökologischen Wert und die Erholungsfunktion des Gemeindewaldes. Peter Geng (Freie Wähler) machte deutlich, dass es bei der kommunalen Waldbewirtschaftung weniger um das Geldverdienen gehe, es aber zu begrüßen sei, wenn der Gemeindewald nicht zum Zuschussbetrieb werde. Daher bleibe nur zu hoffen, dass die positive Entwicklung auch weiterhin anhalte. Jens Pflaum (FDP) als auch Karl Bickle (SPD) würdigten die Bedeutung des Waldes für die Naherholung und schlugen übereinstimmend vor, zukünftig jedes Jahr eine Waldbegehung mit den Vertretern der Forstverwaltung durchzuführen. Ohne Gegenstimme wurde schließlich der Betriebsplan für das Forstwirtschaftsjahr 2008 vom Reilinger Gemeinderat abgesegnet. (og)

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