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Ein Ausflug in die Landwirtschaft

21.08.05 (Reilingen)

Tag der Gläsernen Produktion auf dem Reilinger Seehof / „Landwirte tragen zum Gemeinwohl bei“ / Schmackhafte Angebote
Als sich die letzten Nebelschleier einer kühlen Nacht verzogen waren und auch der morgendliche Regen aufgehört hatte, schien am gestrigen Sonntag allen Wettervorhersagen zum Trotz ab und zu doch noch die Sonne von einem zeitweise sogar leicht blauen Himmel auf die erntebereite Felder rund um den Reilinger See. Eine ansprechende Stimmung, die viele Besucher hinaus auf den Seehof lockte. Während am Himmel Graureiher ihre Kreise zogen, ein paar Fasane den Weg der Besucher kreuzten, ließen sich die Tiere auf dem Bauernhof der Familie Geng von dem Menschenauflauf nicht stören. Der Seehof-Bauer, Diplom-Agraringenieur Peter Geng, hatte im Rahmen der Aktion „Gläsernen Produktion“ des Landes Baden-Württemberg zu einem Tag der offenen Tür in die Ställe und Scheunen seines landwirtschaftlichen Anwesens eingeladen.
Das Interesse der Menschen aus Reilingen und den umliegenden Gemeinden, einmal hinter die Kulissen eines großen Bauernhofes blicken zu können, war außerordentlich groß. Die alteingesessene Bauernfamilie hatte so alle Hände voll zu tun, die vielen Fragen zu beantworten.
Während den Führungen durch sein Hofgut machte Peter Geng den Besuchern immer wieder deutlich, dass auch die Landwirte zu den Berufsgruppen gehören, die zum Gemeinwohl beitragen würden. Neben der Produktion von gesunden Lebensmitteln, würde vor allem die Sorge um die Umwelt und den Erholungsraum die tägliche Arbeit beeinflussen. Neu war für viele Besucher, dass eine sinnvolle Landwirtschaft auch dazu beitrage, die Umweltbelastungen von Industrie, Haushalt und Verkehr zu mildern. „Da die Pflanzen und der Boden die Schadstoffe filtern können, sorgen sie für die Grundwasserneubildung und eine gesunde, frische Luft“, erklärte der Agraringenieur seinen Zuhörern.
Als Verbraucher galt deren größtes Interesse vor allem der Haltung von Milchvieh. Ein Blick in den Kuhstall machte deutlich, was unter artgerechter Haltung zu verstehen ist: So steht jedem der 30 Tiere eine mit Stroh eingestreute Liegebox zur Verfügung. Außerdem können die Tiere frei entscheiden, wann und wo sie fressen, saufen, liegen oder laufen möchten.
Um zu verdeutlichen, welche Futtermenge eine Kuh pro Tag braucht, um etwa 20 Liter Milch zu geben, hatte Peter Geng einmal die Nährmittel zusammengestellt: 25 Kilogramm Maissilage, fünf Kilo Grassilage, vier Kilo Heu, ein Kilo Soja-Schrot als Grundfutterausgleich, 1,8 Kilo Kraftfutter und rund 60 Liter Wasser. Bei entsprechender Fütterung und artgerechter Haltung könne, so Geng, jede Kuh eine durchschnittliche Milchleistung von rund 6 200 Liter im Jahr bringen.
Die Besucher hatten gestern aber auch die Möglichkeit, einen Blick in den hochmodernen und besonders hygienischen Melkstand für acht Kühe zu werfen, wo diese zwei Mal am Tag gemolken werden. Die Milch wird in einem speziellen Tag sofort heruntergekühlt und alle zwei Tage von einem Milchtankwagen in die Molkerei transportiert. „Und die monatliche Untersuchung von Milchproben von jeder Kuh garantiert dem Verbraucher höchste Qualität eines der wichtigsten Lebensmittel“, erläuterte der Seehof-Bauer während den zahlreichen Führungen am gestrigen Sonntag.
Die Kühe, aber auch die drei jungen Bullenkälber und der gutmütige Hofhund wurden vor allem bei den vielen Kindern schnell zu den Lieblingen des Bauernhofes. Und das Klettern auf landwirtschaftliche Maschinen oder Traktoren bereitete sowieso viel Vergnügen.
Die Besucher konnten sich aber nicht nur ausführlich informieren, sondern auch leckere Produkte aus Küche, Keller und vom Grill kosten, die von den Mitgliedern des MGV Reilingen auf dem Seehof zum Verzehr angeboten wurden.

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