Kurpfalz Regional Archiv

Geschichte(n) und Brauchtum aus der (Kur-)Pfalz

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Ein Narrenspektakel der Superlative

26.02.11 (Reilingen)

… zumindest für Reilinger Verhältnisse / 1. Nachtumzug der Narren und Guggenmusiken lockt mehr als 15.000 Zuschauer in die Straßen der Spargelgemeinde / Über 1.000 Umzugsteilnehmer sorgen für Stimmung und gute Laune
Mit einem nie für möglich gehaltenen Besucheransturm erlebte der Nachtumzug der Narren und Guggenmusiken in Reilingen einen Premierenauftakt nach Maß. Weit über 1.000 kostümierte und vermummte Narren, Hästräger, Hexen und andere volkstümliche Gestalten zogen mit einsetzender Dunkelheit für mehr als zwei Stunden auf einem knapp 2,5 Kilometer langen Rundweg an mehr als 15.000 Zuschauern vorbei. In den Straßen der Spargelgemeinde, die in diesem Jahr ihr 725-jähriges Bestehen feiert, herrschte eine ausgelassene Stimmung. Viele Häuser und Einfahrten waren bunt geschmückt, Musik tönte aus Lautsprechern, überall wurde gesungen, geschunkelt und getanzt. Gemeinsam mit den vielen Besuchern aus dem badisch-pfälzischen Raum wurde der Nachtumzug zu einem Ereignis der Superlative, wie es die Jubiläumsgemeinde in ihrer langen Geschichte nur selten erlebt haben dürfte.
Es war eine kunterbunte Narrenparade, an der nach Vorgabe des Organisationskomitees (Gemeinde Reilingen, Kultur- und Sportgemeinschaft, KVR und Kraichbach-Schlabbe) ganz bewusst nur Fußgruppen teilnehmen durften. Großartig die Beteiligung der Reilinger Vereine und Gruppen, die originell kostümiert den Nachtumzug bereicherten. Da waren zunächst der Tennisverein mit seinen „Filzkugeln“ und der CVJM mit seinen Knicklichtern und „Thesen“ zu sehen, später folgte die große rot-weiße Schar der TBG-Familie. Zu einem Ausflug in den Wilden Westen lud der Reiterverein ein, während der Angelsportverein als „Reilinger Piraten“ die Straßen unsicher machte. Viele „Schneemänner“ und „Schneefrauen“ kamen vom Sängerbund „Sing2gether“, die Sangesfreunde vom MGV sorgten mit ihren Wersauer Burgsängern in ihren historischen Gewändern und Nachthemden für Aufmerksamkeit. Großartig das Auftreten des SC 08, der mit allen Mannschaften in einem eigens für den Nachtumzug kreierten T-Shirt die größte Gruppe in der närrischen Parade stellte. Voller Engagement mit dabei auch die AV-Jugend, natürlich die wilden Gesellen der „Reilinger Kraichbachschlabbe“ und als ein weiterer lokaler Pluspunkt die „Quallen“ vom Hairstore Eva. Und nicht zu vergessen natürlich auch der KVR mit seinen Garden, dem Männerballett, Ihrer Lieblichkeit Janina I. und dem Elferrat gleich an der Spitze des närrischen Lindwurms. Letztendlich aber alle teilnehmenden Gruppen (und jede von ihnen hätte es verdient) an dieser Stelle zu nennen, hätte den Rahmen dieser Berichterstattung gesprengt. Ihnen allen wurde aber von Bürgermeister Walter Klein beim abschließenden Nachtumzug-Kehraus in den Mannherz-Hallen ganz persönlich und mit viel Beifall gedankt. Zu den verschiedenen Formationen der örtlichen Vereine hatten sich viele Brauchtums- und Fasnachtsgruppen aus dem Bruhrain, dem Kraichgau oder der pfälzischen Nachbarschaft gesellt.
Mit dabei waren zudem zwölf Guggenmusiken, Blaskapellen, Fanfaren-, Schalmeien- und Spielmannszüge (darunter aus Reilingen der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr und die Blaskapelle der „Musikfreunde“), die für den nötigen Schwung im Zug und gute Laune an den Straßenrändern sorgten. Riesenstimmung herrschte nicht nur entlang des Zugweges, sondern auch im Bereich des Rewe-Parkplatzes, wohin Bürgermeister Walter Klein zahlreiche Ehrengäste eingeladen hatte. Auf dem gewaltigen Umzugswagen der Kraichbachschlabbe stehend nahm er zusammen mit vielen Gemeinderatsmitgliedern und den Bürgermeistern Werner Zimmermann (Hockenheim), Hartmut Beck (Altlußheim) und Gunther Hoffmann (Neulußheim) die quirlige Narrenparade mit vielen „Ahois“, „Helaus“ und „Nari-Naros“ ab. Begeistert von diesem Nachtumzug waren aber nicht nur die dicht an dicht stehenden Zuschauer, sondern auch die teilnehmenden Gruppen selbst. Angesteckt von der guten Stimmung in den Straßen der Spargelgemeinde war immer wieder zu hören, dass man auch im kommenden Jahr bei diesem (kur-)pfälzisch-alemannischen Fasnachtsspektakel der besonderen Art auf jeden Fall wieder mit dabei sein möchte.
Auch wenn es hie und da einige Premierenfehler gab, die in einer Nachbetrachtung aufgearbeitet werden müssen, ging der Nachtumzug recht problemlos über die Bühne, so dass Polizei, Feuerwehr und DRK nur wenig zu tun hatten. Nur die Gemeindearbeiter waren noch bis tief in die Nacht gefordert, die gröbsten Spuren des närrischen Spektakels zu beseitigen und zu entsorgen. Zu dieser Zeit wurde in den Mannherz-Hallen bereits ein feucht-fröhlicher Kehraus mit viel Musik gefeiert und auf den Erfolg des 1. Reilinger Nachtumzuges angestoßen.
Impressionen vom Nachtumzug 2011

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