Kurpfalz Regional Archiv

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Jetzt kann es endlich Frühling werden

26.03.06 (Hockenheim)

13. Sommertagszug in der Rennstadt / Durch die Innenstadt zum Gartenschaupark / Über 1 200 Kinder, acht Musikkapellen und und vier Motivwagen
In der Kurpfalz ist es seit Jahrhunderten eine beliebte Tradition, den Winter mit den Sommertagszügen der Kinder auch symbolisch zu vertreiben. War die Winterverbrennung einst auch in Hockenheim eine beliebte Tradition, schlief diese zu Beginn der 60-er Jahre des letzten Jahrhunderts aber mangels Interesse nach und nach ein. Der Verkehrsverein der Rennstadt griff diese Idee wieder auf, so dass am gestrigen Sonntag mittlerweile der dreizehnte Sommertagszug durch die Straßen der Stadt ziehen konnte. Dank der guten Zusammenarbeit mit den örtlichen Kindergärten, Schulen und Vereinen war das Interesse an dieser inzwischen wieder beliebten Veranstaltung groß. So lockte in diesem Jahr das zunächst unbeständige, aber wenigstens von den Temperaturen an den Frühling erinnernde Wetter wieder Jung und Alt in Scharen auf die Straßen. Überall waren strahlende Gesichter zu sehen, als sich der Sommertagszug nach seiner Aufstellung durch Manfred Wöhr mit fast 1 500 Kindern und vielen Erwachsenen vom Marktplatz aus in Bewegung setzte. Von der evangelischen Stadtkirche führte der Zugweg vorbei am Zunftbaum durch die Karlsruher Straße zum Gartenschaupark.
Dicht gedrängt standen die Zuschauer in den Straßen und bewunderten den Umzug, der von den Kindern des Friedrich-Heun-Kindergartens unter dem Motto „Die Heunis sind als Blümchen da – der Frühling kommt – Hurra, Hurra“ angeführt wurde. Nach den Kindern des Südstadtkindergartens („Die Südstadt-Kinder ziehen aus und bringen euch den Frühling ins Haus“) und des Friedrich-Fröbel-Kindergartens („Fit in den Frühling“) sorgten die Buben und Mädchen des Parkkindergartens mit ihren vielen bunten Stecken für ein farbenfrohes Bild.
Originell die Idee der Kinder des St. Maria-Kindergartens, die unter dem Motto „Der Frühling ist nun da, die WM kommt bald: Hurra“ mit vielen Länderfahnen und Fußbällen unterwegs waren. Und der Heinrich-Bossert-Kindergarten beschäftigte sich in seinen Beitrag mit dem „Wetter“.
War die Zahl der Kinder von der Hartmann-Baumann-Grundschule („Die fleißigen Gärtner erwarten den Frühling“) schon beeindruckend, wurden sie in ihrer Zahl noch von den Buben und Mädchen der Pestalozzi-Grundschule mit ihren traditionellen Sommertagsstecken übertroffen. Und auch die geschmückten Fahrräder sorgten für Abwechslung im Umzug. Mit ihren fröhlichen Farben sorgten die „Frösche“, „Peter und der Wolf“, die „Frühlingsmaler“ und die Fahrrad-Kinder von der Hubäckerschule für einen passenden Abschluss.
Aufgelockert wurde der lange Zug durch vier Motivwagen, auf denen die Jahreszeiten dargestellt wurden. Der Bauernverband hatte sich wieder einen originellen Frühlingswagen mit leuchtenden Blumen und vielen bunten Ostereiern einfallen lassen. Sehenswert auch das Sommer-Motiv, für das erneut der Skiclub verantwortlich zeigte. Und herbstlich bunt ging es auf dem Wagen der „Liedertafel“ zu. Den Schluss des Sommertagszuges bildete einmal mehr der Wagen mit dem „Winter“, der traditionell von der Jugendfeuerwehr hergestellt worden war.
Damit das bekannte Sommertagslied “Schdrih, schdrah, schdro, der Sommertag iss do” so richtig zur Geltung kam und während des Umzug auch viele andere Frühlingslieder gesungen werden konnten, hatten sich der Fanfarenzug der Rennstadt Hockenheim, der Spielmannszug der FFW Altlußheim, die Stadtkapelle Hockenheim, die Blauen Dragoner Plankstadt, die Schalmeienkapelle Philippsburg, der Spielmannszug Neulußheim, der Spielmannszug der Feuerwehr Brühl und die Guggenmusiker der „Hoggemer Ringdeifel“ zwischen die einzelnen Gruppen gemischt.
Die Teilnehmer des inzwischen auf mehrere Tausend Menschen angewachsenen Sommertagszugs versammelten sich schließlich auf der großen Wiese in der Nähe der Überführungsbrücke, um die Verbrennung des „Winters“ mitzuerleben.
Nach der Begrüßung durch Uwe Emmerich, stimmte der Kinderchor der Pestalozzischule begleitet von Dietmar Kullen, Anita und Markus Schütz (Gitarren) einige Frühlingslieder an, während die Tanz-AG der Pestalozzischule den Frühling tänzerisch begrüßte.
Nachdem OB-Stellvertreter Ernst Bohrmann in einer kurzen Ansprache an die Geschichte und Bedeutung des Sommertagszuges erinnert hatte, sorgten die „Hoggemer Rinddeifel“ für einen furiosen Ausklang einer Traditionsveranstaltung, die mit der Ausgabe der beliebten Sommertagsbrezel an die teilnehmenden Kinder endete.
Als ob man im Himmel die Botschaft aus Hockenheim verstanden hatte, rissen über der Rennstadt die Wolken auf und die wärmenden Sonnenstrahlen machten Hoffnung, dass jetzt endlich der Frühling eingekehrt ist.

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