Kurpfalz Regional Archiv

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* Kerwe als ein Fest für Leib und Seele

07.10.07 (Hockenheim)

Kerwesonntag von herrlichem Spätsommerwetter verwöhnt / Verkaufsoffener Sonntag in der Hockenheimer Innenstadt / Schnäppchen und Sonderangebote am laufenden Meter
Einen Kerwesonntag wie aus dem Bilderbuch erlebte die Rennstadt in diesem Jahr. Sonnenschein von einem strahlend blauen Himmel und angenehme Temperaturen ließen die Menschen in großen Scharen in die gestern autofreie Innenstadt strömen. Zwar merkte man hie und da den gewaltigen Konkurrenzdruck ähnlicher Veranstaltungen in der direkten Nachbarschaft und in den Großstädten der Region, aber die Hockenheimer, wie auch viele Besucher aus Reilingen, Neulußheim und Altlußheim ließen den örtlichen Einzelhandel nicht im Stich. Vor allem nach der Kaffeezeit ging es besonders in der Karlsruher Straße ziemlich eng zu, aber auch im restlichen Stadtgebiet waren die Sonntagsbummler in großen Scharen unterwegs.
Ohne den werktäglichen Termindruck im Nacken ließen sich die Menschen einfach in der Menge treiben – und wer wollte, konnte den traditionellen Kerwespaziergang auch mit einem Einkaufsbummel verbinden. Die Hockenheimer Einzelhändler hatten sich auf diesen besonderen Tag im Jahreskalender der Großen Kreisstadt entsprechend vorbereitet. Da fast alle Geschäfte geöffnet waren, wurde immer wieder die Möglichkeit genutzt, sich trotz oft anderslautenden Meldungen von der Angebotsvielfalt in Hockenheim zu überzeugen. Dennoch stand der Verkauf am gestrigen Sonntag nicht unbedingt im Mittelpunkt. Viele Geschäftsleute nutzten die Gelegenheit auch dafür, für sich und ihre Produktpalette zu werben.
Den Besuchern aus nah und fern bereitete es sichtlich Vergnügen, einmal stilvoll servierte Kaffeespezialitäten zu genießen, oder sich von Spezialisten Gourmettipps geben zu lassen. Die aktuelle Schuhmode reizte dann manchen doch zu einem Einkauf, schließlich gab es hier als auch in den Boutiquen und Oberbekleidungsgeschäften Schnäppchen und Sonderangebote gleich haufenweise. Wie vielseitig die Wäsche für Bett und Bad sein kann, machte der Kerwebummel ebenso deutlich wie die Vielfalt an Brillen, Schmuck oder Kosmetikartikel.
Das Kerwe-Programm bot Kurzweil für die ganze Familie. Auf dem Platz vor der Hockenheimer Tageszeitung, gleich an der Kraichbachbrücke, hatte das Weingut Zöller-Lagas aus der Weinpatengemeinde Duttweiler seine Stände und Bänke aufgebaut. Schon von weitem lockte der Geruch typisch pfälzischer Deftigkeiten, von denen ebenso gerne probiert wie die Vielfalt der edlen Tropfen verkostet wurde. Auf dem weiteren Weg konnte man dann seine Augen einem Sehtest unterwerfen, sich von Computeranimationen in die neueste Technik entführen oder sich einfach nur frische Waffeln oder hausgebackenen Kuchen schmecken lassen. Andernorts gab es Fitness-Tests, Modepräsentationen, der Skiclub bot selbst gebackene Kuchen und andere Köstlichkeiten.
Auf dem Weg zur Ottostraße wurde den Spaziergängern die Möglichkeit geboten, die aktuelle Fahrzeugvielfalt aus den Hockenheimer Autohäuser zu bestaunen. Oder, wer wollte, der konnte soagr Häuschen für seine Modelleisenbahn basteln.
Es machte Spass, sich bei dem schönen Spätsommerwetter in einem der vielen Straßencafés und Bistros niederzulassen und bei den letzten wärmenden Strahlen der untergehenden Sonne das beliebte Kerwegedeck des Tages, warmen Zwiebelkuchen und neuen Wein, genießen.
Und hatten vor allem die Kinder erst einmal all die vielen Werbegeschenke eingepackt oder sich das Gesicht kunstvoll schminken lassen, gab es für sie nur noch ein Ziel: den Rummelplatz zwischen Stadthalle, Pestalozzischule und Stadtkirche. Das traditionelle Kerwegeld der Kinder war meistens sehr schnell ausgegeben. Aber da der Sonntagsspaziergang dieses Mal im großen Kreis der Familie stattfand, wurde diesem Mangel meist schnell abgeholfen.
Als es am Abend langsam frisch wurde, ging eine Straßenkerwe zu Ende, die letztendlich trotz einiger Schwächen und geringeren Angeboten im Beiprogramm des verkaufsoffenen Sonntags als in den Vorjahren doch noch zu einem Fest für Leib und Seele wurde – wie es sich eben für die traditionelle Hoggemer Kerwe gehört. (og)

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