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Völkerkreuze als Symbol der Freundschaft

07.05.06 (Hockenheim)

Jumelage-Treffen zwischen Hockenheim und Commercy / Gedenkfeier am Völkerkreuz / Weiter an Partnerschaft arbeiten / Yvon Richard: „Sprache des anderen lernen!“
Die regelmäßigen Treffen der Menschen aus Hockenheim und dem französischen Commercy haben eine lange Tradition und bilden seit fast 50 Jahren das Grundgerüst einer lebendigen Partnerschaft mit Commercy. Am Wochenende weilte nun wieder eine große Delegation aus Lothringen in der Rennstadt.Ungeduldig erwarteten viele Hockenheimer beim Völkerkreuz im Stiegwiesenpark die Ankunft der Freunde aus Commercy zu den alljährlich wechselweise durchgeführten Jumelage-Feierlichkeiten. Zum Erstaunen aller Hockenheimer kam der Bus in diesem Jahr pünktlich in der Stadt an, eigentlich etwas ungewöhnlich für französische Verhältnisse. Strahlend umarmten sich die Menschen aus beiden Städten und auch so manche Freudenträne wurde bei den Begrüßungsküssen weggewischt. „Eine Ankunft in Hockenheim ist fast so wie eine Heimkehr nach Hause“, fasste Yvon Richard, Präsident des Cercle Commercy-Hockenheim, die Stimmung seiner Landsleute zusammen.
Und in der Tat: Obwohl man auf beiden Seiten auch nach fünf Jahrzehnten noch immer mit Sprachproblemen zu kämpfen hat, kam es gleich zu einer prächtigen Unterhaltung. Mit Händen und Mimik wurden die fehlenden Vokabel ersetzt. „Obwohl wir fast kein Wort Deutsch sprechen und unsere Freunde so gut wie kein Französisch können, verstehen wir uns ausgezeichnet“, stellte ein älteres Ehepaar aus Commercy freudenstrahlend fest.
Der Tradition folgend, wurde auch in diesem Jahr das Jumelage-Treffen mit einer kurzen Gedenkfeier am Völkerkreuz eröffnet. In Anwesenheit von OB-Stellvertreter Ernst Bohrmann und einigen Stadträten erinnerte Adolf Stier als Präsident des Freundeskreises Hockenheim-Commercy an die Einweihung des Völkerkreuzes in Commercy vor 45 Jahren. Damals als Mahnmal für die vielen Kreuze zweier sinnloser Weltkriege errichtet, seien die Völkerkreuze in beiden Städte längst zu einem Symbol für Frieden und Freiheit – und zu einer echten Begegnungsstätte von Deutschen und Franzosen geworden. „Fast 50 Jahre Freundschaft zwischen Hockenheim und Commercy geben Hoffnung auf eine weitere friedliche Zukunft in Europa.“
Für die Gäste aus Commercy machte Yvon Richard deutlich, dass die Völkerkreuze errichtet worden seien, um die Freundschaft zweier Städte auch öffentlich zu bezeugen. Die Anwesenheit zahlreicher Stadträte aus beiden Kommunen beweise auch die offizielle Verwurzelung der Partnerschaft. Obwohl aus Feinden längst Freunde geworden seien, müsse auch nach 50 Jahren immer wieder an der Beziehung zwischen den beiden Städten gearbeitet werden. Dies gelte vor allem für die Verbesserung der mündlichen Verständigung. Hockenheim gehe da inzwischen beispielhaft voran, denn längst gebe es viele französische Sprachkurse und Gesprächsrunden in der Sprache des Nachbarlandes. Dies müsse für Commercy Herausforderung und Auftrag zugleich sein.
Mit einer gemeinsamen Kranzniederlegung wurde schließlich all denen gedacht, die die Städtepartnerschaft zwischen Hockenheim und Commercy begründet und lange Jahre hinweg begleitet hatten. „Sie haben sich um die Aussöhnung den Frieden in Europa verdient gemacht“, so Adolf Stier und Yvon Richard übereinstimmend.

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