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Den alten Kellergewölben der Burg Wersau auf der Spur?

14.06.10 (Reilingen)

AK Burg Wersau: „Deutliche Hinweise!“ / Kritik an der Entscheidungsfindung des Denkmalschutzes / Genauere Untersuchung der vorhandenen Kellerbereiche gefordert
Lange Zeit fristete die Burg Wersau in Reilingen einem Phantom gleich ein Schattendasein. Da nach den letzten großen Zerstörungen des 17. und 18. Jahrhunderts von einer der größten Burgen des Rhein-Neckar-Raumes oberflächlich so gut wie nichts mehr zu sehen war, erinnerten sich mit den Jahren immer weniger Menschen an den einst umfangreichen Gebäudekomplex an der Kraichbach. Dies änderte sich schlagartig im Jahr 2008: Nachdem die Gemeinde Reilingen das Areal von einem privaten Besitzer hatte kaufen können, fanden rund um die Schlossmühle mit Hilfe der Geophysik aufwändige Bodenuntersuchungen statt. Das Untersuchungsergebnis alarmierte Denkmalschützer und Heimatforscher zugleich: Nur wenige Zentimeter unter der Oberfläche sind noch weite Teile der ehemaligen Burganlage erhalten. Die „Burg unter der Grasnarbe“ fasziniert seitdem immer mehr Menschen und in immer kürzerem Zeitabstand sorgen neue Forschungsergebnisse und Erkenntnisse für noch mehr Aufmerksamkeit bei den Heimatfreunden weit über die Reilinger Grenzen hinaus. Vor allem dem Einsatz der ehrenamtlichen Kräfte des Arbeitskreises Burg Wersau der „Freunde Reilinger Geschichte“ ist es zu verdanken, dass man sich bereits jetzt ein gutes Bild von der weitläufigen Burganlage mit einst mehr als 24 Gebäuden machen kann. Inzwischen wurden nicht nur die wuchtige Ringmauer, Teile der Vorburg und zahlreiche Gebäudeteile und Stallungen lokalisiert, auch die Lage der Hauptburg mit ihrem Palas, der Kapelle und dem Brunnenhaus ist seit einiger Zeit bekannt.
Das Hauptaugenmerk der Burg Wersau-Freunde gilt derzeit aber den früheren Kellergewölben der Burganlage. „Die bisherige Meinung, dass im Laufe der letzten Jahrhunderte auch alle Keller zerstört wurden, kann nicht mehr aufrecht gehalten werden“, fasst der langjährige Heimatforscher Otmar Geiger vom Arbeitskreis Burg Wersau die jüngsten Forschungs- und Untersuchungsergebnisse zusammen. Um sich ein genaues Bild von der aktuellen Situation zu machen, trafen sich dieser Tage die Arbeitskreismitglieder zu einem weiteren Aktionstag, um sich intensiv mit den noch vorhandenen Kellergewölben der ehemaligen Schlossmühle zu beschäftigen. „Die Hinweise sind mehr als deutlich, dass der vorhandene Kellerbereich viel älter ist als das darüber errichtete Gebäude“, so der Architekt Oskar Harbich. Man könne nach genauerer Betrachtung und Vermessung davon ausgehen, dass es sich hierbei um Kellerteile einer älteren Vorbebauung handeln muss. Ob es sich dabei um einen Teil der ehemaligen Burganlage handelt, könne aber nicht mit Gewissheit gesagt werden. Daher sei nicht zu verstehen, dass der Denkmalschutz vor wenigen Wochen für den gesamten Komplex der ehemaligen Schlossmühle aufgehoben worden sei. Für die oberirdischen Gebäudeteile sei diese Entscheidung ja nachvollziehbar, so Otmar Geiger ergänzend. Die Burg Wersau-Freunde wundern sich aber vor allem darüber, dass der Denkmalschutz auch für das alte Kellergewölbe aufgehoben worden sei, ohne dass die Denkmalschutzexperten den Kellerbereich überhaupt besichtigt oder gar untersucht zu haben. „Hier wurde von der Denkmalschutzbehörde wieder einmal allein nach Aktenlage entschieden“, ärgert sich Geiger und zieht Vergleiche zur historischen und inzwischen wieder aufgebauten Zehntscheuer in Hockenheim. „Auch dort wurde zunächst einfach nur entschieden, ohne sich vor Ort informiert zu haben.“ Dies wollen die Arbeitskreis-Mitglieder nicht so einfach hinnehmen und haben die Denkmalschutz-Experten deshalb über die Gemeinde Reilingen aufgefordert, schnellstmöglich den noch vorhandenen Kellerbereich einer genaueren Untersuchung zu unterziehen. „Nur dann haben wir die absolute Sicherheit, ob es sich hierbei um die in einer amtlichen Beschreibung von 1727 noch als erhalten genannte Kellerteile der ehemaligen Burg Wersau handelt.“  (ara)

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