Kurpfalz Regional Archiv

Geschichte(n) und Brauchtum aus der (Kur-)Pfalz

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Der Pfalzgraf half mit 500 Pfund Heller nach

17.10.90 (Geschichte allg., Städte & Gemeinden)

Leimen gehört seit 1351 zur Kurpfalz, die ihrerseits auf Geheiß Napoleons 1803 zum überwiegenden Teil an Baden fiel. 1918 erfolgte der nächste politische Einschnitt: Die Epoche der badischen Monarchie ging zu Ende, wenn auch das Territorium Baden als Republik bis zur Volksabstimmung am 9. Dezember 1951 weiterlebte und danach im Bundesland BadenWürttemberg aufging. Wie aber kam Leimen zur Kurpfalz?
Gründer der Kurpfalz war der Pfalzgraf Konrad, ein Halbbruder von Kaiser Barbarossa. Wie Konrad, der 1195 starb, waren auch alle anderen Pfalzgrafen bestrebt, ihre Hausmacht durch das Arrondieren ihrer Ländereien um Heidelberg zu stärken. Das hatte seinen guten Grund: Die pfalzgräflichen Besitztümer lagen weit verstreut im alten Lobdengau  räumlich getrennt durch Vogteirechte des Wormser Hochstifts und auch des Lorscher Klosters.
So gehörte Kirchheim mit dem Hegenichwald noch zu Worms. Heidelberg selbst ist erst 1225 im Besitz der Pfalzgrafen nachweisbar. Rohrbach von 1234 an. St. Ilgen, erst 1474 der Kurpfalz einverleibt, war ursprünglich Speyerer Kirchenbesitz. Und Leimen gehörte zusammen mit Sandhausen den Herren von Bruchsal und Bolanden.
Einer dieser Bruchsaler, Otto, verpfändete anno 1262 ganz offensichtlich wegen Geldmangels Dorf und Burg Sandhausen nebst Leimen an den Pfalzgrafen. Derselbe Otto schenkte drei Jahre später seine Leibeigenen zu „Wizzenloch“ dem Pfalzgrafen Ludwig. Wie die Bruchsaler, die ihren Sitz im Kraichgauer Oberacker hatten, in den Besitz von Sandhausen und Leimen gekommen waren, läßt sich nur vermuten: Einer von ihnen hatte eine Edelfreie von Kirchheim zur Frau, die offenbar diesen ehemaligen Wormser Kirchenbesitz einbrachte. Nachweislich hatte die Wormser Kirche, zu der die Kirchheimer als Lehensnehmer gehörten, um Kirchheim ausgedehnten und urkundlich nachweisbaren Lehensbesitz wie Bruchhausen, Lochheim und Pleikartsforst.
Wiederum eine Frau, Kunigunde von Bruchsal, brachte den Besitz in das Pfälzer Geschlecht jener von Bolanden ein: Die Edle heiratete den Reichstruchseß Philipp VI. von Bolanden. Ihr Enkel Philipp VII., der 1329 bis 1375 lebte und ohne männliche Nachkommen blieb, war der letzte Ministeriale seines einstmals mächtigen Geschlechts, das bei den staufisch-welfischen Thronstreitigkeiten kräftig mitgemischt hatte.
Und es war eben dieser Philipp VII., der am 24. Mai 1351 beurkundete, daß er gegenüber dem Pfalzgrafen auf „Burge“ und die Dörfer „Leimheym“ sowie „Santhusen“ verzichtet. Daß er sich nicht aus purer Freundschaft von seinen Ländereien verabschiedete, belegt eine zweite Urkunde: Der Verzicht auf die nun kurpfälzischen Besitztümer wurde mit 500 Pfund Heller versüßt …
Autor: unbekannt

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