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Ein Musikfest wie zu Großmutters Zeiten

04.07.05 (Reilingen)

„Musikfreunde“ hatten in den Reilinger Engelhof geladen / Jugendorchester stellte sich vor / Zahlreiche Gastkapellen
Schon zu Großmutters Zeiten gehörte das Musikfest zu den beliebtesten Ereignisse im dörflichen Jahreskalender. Da bereitete sich nicht nur die örtliche Blasmusik mit vielen Probenabenden auf ihren Auftritt vor, auch in den Küchen und Keller wurde fleißig gekocht, gegart, gebacken und der Most abgefüllt. Heute haben die Musikfeste landauf, landab längst nicht mehr die Bedeutung von früher – aber sie locken noch immer die Besucher in Scharen an.So auch am vergangenen Wochenende als die Reilinger Musikfreunde zu ihrem traditionellen Musikfest in den historischen Engelhof einluden. An dem Ort, wo bereits seit Generationen die Trompeten, Hörner und Pauken erklingen, luden Weinranken gesäumte Lauben und freundlich helle Zelte zum Verweilen ein. Und die Besucher aus nah und fern blieben gerne, denn neben den leckeren Köstlichkeiten aus Küche, Keller und vom Grill waren es vor allem die munter aufspielenden Kapellen und Blasorchester, die für gute Unterhaltung sorgten.
Eröffnet wurde der bunte Musikreigen vom Musikverein „Harmonie“ aus Reilingen, der mit seinem Auftritt einmal mehr bewies, zu welchen Leistungen auch ein Laienorchester möglich ist. So wurde bereits am Nachmittag fröhlich geswingt, wobei es Kapellmeister Willi Ehringer immer wieder verstand, mit seinen Soloeinlagen auf der Trompete die Besucher im Engelhof zu begeistern. Mit sattem Sound spielten aber auch die „Blauen Husaren“ aus Hockenheim auf. Die HSV-Musikkapelle hatte das passende Notenmaterial für ein Musikfest mitgebracht, so dass einem vergnüglichen Abend nichts im Wege stand.
Auch am Sonntag gab es bei herrlichem Sommerwetter beste Unterhaltungsmusik. Mit dem Musikantenkreis Waghäusel, der Blasmusik Rußheim und der Neulußheimer „Harmonie“ waren drei Kapellen zu Gast, die mit ihrem weithin hörbaren Spiel immer mehr Besucher in den Engelhof lockten. Hier lauschte man gerne verträumten Weisen von früher, hatte Freude an Märschen und Walzer. Mit verdientem Beifall wurde aber auch der Nachwuchs der „Musikfreunde“ bedacht, der unter der Leitung von Willi Ester einen seiner ersten öffentlichen Auftritte mit Bravour meisterte. Die Kinder zwischen acht und 14 Jahren, die seit unterschiedlicher Zeit ihre musikalische Ausbildung erfahren, zeigten mit einem kleinen Platzkonzert trotz ihres unterschiedlichen Leistungsstandes eine geschlossene Leistung. Stolz trugen die Jungen und Mädchen zum Musikfest erstmals ihre neuen Hemden mit dem Vereinssignet, musizierten zunächst voller Lampenfieber, dann aber immer sicherer werdend. Vor allem die Eltern unterstützten immer wieder mit aufmunterndem Applaus das fleißige Musizieren. Auch wenn das Jugendorchester noch nicht auf höchstem Niveau musizierte, wurde aber mehr als deutlich, dass die Reilinger „Musikfreunde“ mit ihrem umfassenden Ausbildungsprogramm von der musikalischen Früherziehung über intensiven Einzelunterricht bis hin zum gemeinsamen Spielen im Jugendorchester auf dem richtigen Weg sind. Und es hätte mit dem Musikfest im Engelhof keinen besseren Anlass geben können, um dies auch vor einer breiten Öffentlichkeit deutlich unter Beweis zu stellen.

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