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"Große Familie" soll noch enger zusammenwachsen

09.05.05 (Reilingen)

Wie Walter Klein und Carole Teisseire-Dujardin sich die Partnerschafts-Entwicklung vorstellen

Dass die Bürger von Reilingen und Jargeau dazu beigetragen hätten, die Freundschaft zwischen den Nachbarn Deutschland und Frankreich zu festigen und damit Europa in Frieden und Freiheit zu vereinen, stellten der Reilinger Bürgermeister Walter Klein und die Bürgermeisterstellvertreterin Carole Teisseire-Dujardin übereinstimmend in ihren Ansprachen anlässlich der deutsch-französischen Feierstunde im voll besetzten Josefshaus fest. Dennoch dürfe man sich, so Walter Klein, keineswegs auf dem Erreichten ausruhen. Gerade bei den Problemen und Herausforderungen, die sich in beiden Gemeinden in gleicher oder ähnlicher Weise stellen, entwickelten sich auch in der Zukunft neue Themen und Formen der Zusammenarbeit.Dies gelte vor allem für die Arbeits- und Sozialpolitik, die Verkehrspolitik und den Umweltschutz. „Hier kann auch ein Austausch über Landesgrenzen hinweg weiterführende Anregungen bieten, hier bestehen noch viele Möglichkeiten zur Kooperation“, stellte das Reilinger Gemeindeoberhaupt fest.
Klein zeigte sich bestürzt über die immer wieder aufflammenden Anzeichen von Fremdenhass und nationalem Egoismus in beiden Staaten. Gerade weil der zeitliche Abstand zu den schrecklichen Geschehnissen vor mehr als 60 Jahren immer größer werde, müssten neue Formen der Vermittlung der Geschichte vor allem für die jüngere Generation gefunden werden.
Als positives Zeichen wertete der Bürgermeister, dass sich Deutschland und seine ehemaligen Kriegsgegner heute gemeinsam an den Gräbern der Kriegsopfer an diese schlimme Zeit erinnern. In all den Jahren habe man gelernt, dass man Frankreich nicht mit den Franzosen und Deutschland nicht mit den Deutschen gleichsetzen könne. Die Bürger beider Gemeinden hätten dazu beigetragen, Vertrauen zueinander und Verständnis füreinander zu entwickeln, zahlreiche Freundschaften seien entstanden. Dies sei die ideale Basis, so Bürgermeister Klein abschließend, die Partnerschaft zu sichern und weiter auszubauen.
Für den terminlich verhinderten Bürgermeister Thierry Brunet stellte dessen Stellvertreterin Carole Teisseire-Dujardin in ihrer in deutsch gehaltenen Ansprache fest, dass die Freundschaft zwischen Reilingen und Jargeau unvergänglich sei. „Wir bilden jetzt eine große Familie“, stellte die Gemeinderätin aus Jargeau unter großem Beifall fest. Sie rief noch einmal die Stationen des Entstehens der deutsch-französischen Freundschaft und das Werden eines vereinten Europas in Erinnerung. Mit Spannung erwarte man nun die Abstimmung über die gemeinsame europäische Verfassung. „Zum ersten Mal erwartet man von den Franzosen, dass sie sich selbst über Europa ausdrücken“, schilderte Carole Teisseire-Dujardin die Situation in ihrem Heimatland, wo bisher allein die Regierung oder der Staatspräsident die Europapolitik bestimmt hätten.
Die Freundschaft zwischen Reilingen und Jargeau wachse von Jahr zu Jahr, immer mehr Menschen fänden zueinander. „Selbst wenn manchmal Schwierigkeiten der Sprache uns ein bisschen langweilen, wissen wir, wie man sie umgehen kann: ein Lächeln, ein intensiver Blick in den Augen, einige Gesten mit der Hand, sogar eine lustige Körperbewegung – und wir haben uns schon verstanden“, stellte Madame Teisseire-Dujardin unter dem Applaus der Anwesenden fest. Dennoch sei es wichtig, dass die Kinder jeweils die Sprache des anderen Landes sprechen lernen – selbst wenn die englische Sprache oft da sei, um sich zu verständigen. Ein gutes Beispiel dafür seien die regelmäßigen Besuche von Schulklassen in den Partnergemeinden.

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