Kurpfalz Regional Archiv

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Mit dem Traktor aus dem Westerwald in die Rennstadt

11.06.06 (Hockenheim)

Traktoren- und Schleppertreffen anlässlich des Handwerker- und Bauernmarktes / Rund 100 alte Zugmaschinen rund um die Stadtkirche / Viele Tausend Besucher von Fahrzeugparade begeistert
„Der Handwerker- und Bauernmarkt war ja schon sehenswert, aber das Traktoren- und Oldtimertreffen war schon klasse“, strahlt der 42-jährige Franz Scherer, der mit seiner Familie eigens aus dem badischen Madonnenländchen in die Rennstadt gekommen war, um sich die alten landwirtschaftlichen Fahrzeuge und Zusatzgeräte anzuschauen. Und für Heiko Hörster aus dem Westerwald war es keine Frage, mit seinem 1939-er Lanz-Bulldog (45 PS, 10300 ccm) fast die halbe Nacht unterwegs zu sein, um am immer bekannter und beliebter werdenden Treffen der Oldtimerfreunde Hoggene-Kurpfalz teilzunehmen. Dank einer gefederten Achse kam der fiedele Westerwälder bei einer Geschwindigkeit von immerhin 45 km/h gutgelaunt in Hockenheim an.
Die bollernden Motoren von fast 100 Traktoren aus 70 Jahrzehnten sorgten ob des herrlichen Sommerwetters für einen wahren Besucheransturm auf das für die Rennstadt eigentlich ungewohnte „Fahrerlager“. Auch der ungewohnte Duft in der Luft, der weniger von Rennbenzin als von Diesel zeugte, erregte die Aufmerksamkeit von mehreren Tausend Menschen. Damit wurden die Planungen und Vorarbeiten der Oldtimerfreunde Hoggene-Kurpfalz einmal mehr mit Erfolg gekrönt. Dicht gedrängt standen die Menschentrauben um die Traktoren, Schlepper sowie Zug- und Landmaschinen.
Unter den vielen Besuchern nicht nur die Liebhaber dieser Oldtimer, sondern auch zahlreiche Sammler und noch mehr Landwirte. Sie hatten beim Anblick dieser teils mächtigen Ungetüme und zierlichen Schlepper genügend Gesprächsstoff. Allen voran eine Straßenzugmaschine, die 1935 von der Heinrich Lanz AG in Mannheim gebaut worden war. Mit seinen 10338 Kubikzentimeter Hubraum und 38 PS war der Glühkopfmotor für die damalige Zeit ein Gigant und wurde vor allem zum Transport von Koks, schweren Gütern oder als Umzugswagen verwendet. Bummelte man an den Traktoren vorbei, las man Firmennamen wie Schlüter, Hanomag, Deutz, MAN, Bautz, Eicher oder Fendt. Die Oldtimerfreunde waren aber auch begeistert von einem Allgaier, Kramer mit Güldner-Motor oder einem 1949 in Worms gebauten Primus-Titus. Nicht verachtet wurden zudem die Maschinen der International Harvester Company oder aus den US-Werkstätten von McCormick.
Höhepunkt der Ausstellung war wie in den drei Jahren zuvor die gemeinsame Ausfahrt der Bulldogs, Traktoren und Schlepper durch die Straßen der Rennstadt. Dicht gedrängt standen lachende Menschen am Straßenrand, winkten den Fahrern und Beifahrern zu – und nicht Wenige wären gerne selbst an diesem Umzug mit dabei gewesen.
Für den Hockenheimer Fritz Rösch von den Oldtimerfreunden Hoggene-Kurpfalz übrigens keine Frage, auch zukünftig ein Traktoren- und Schleppertreffen in der Rennstadt durchzuführen. Der Erfolg der bisherigen Treffen hatten ihn zudem ermutigt, die Veranstaltung um Motorräder und Autos zu erweitern. Dass diese Fahrzeuge gut zu den gezeigten Landmaschinen passen, wurde am Samstag und Sonntag deutlich. Die ausgestellten Motorräder von NSU, DKW oder BMW ergänzten zusammen mit einer BMW-Isetta, einem VW-Porsche, einem 1934-er Aero R 18-Cabrio sowie einem Chevrolet Impala, ein Straßenkreuzer aus den USA mit einer gewaltigen Heckflosse, nicht nur das Schleppertreffen, sondern setzten zugleich einen weiteren Höhepunkt für den von der Sonne verwöhnten Handwerker- und Bauernmarkt 2006.

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