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Mit "Nikolauswoi" das Adventsfenster geöffnet

15.12.05 (Reilingen)

Lions-Club Hockenheim hatte in die Reilinger Hauptstraße eingeladen / Gedichte, Geschichten und Gesang
Es war schon ein beschaulicher Moment, als über 100 Reilinger direkt neben der auch zu den Abendstunden viel befahrenen Hauptstraße gemeinsam das Lied „O Tannenbaum“ anstimmten. Sie alle waren auf Einladung des Lions-Club Hockenheim vor das Anwesen der Familien Kneis/Roth gekommen, um sich mit einer besonderen Aktion auf die Adventszeit einzustimmen – und etwas Gutes zu tun. Ehe der „Lebendige Adventskalender“ sein geschmücktes Fenster dem staunenden Publikum öffnete, begrüßte Wolfgang Roth als Gastgeber des Abends die vielen Besucher. Zugleich gab er bekannt, dass der Erlös aus der Adventsaktion in diesem Jahr für den Aufbau eines Programms zur Gesundheitsförderung und Suchtvorbeugung an den Grundschulen in Hockenheim, Altlußheim, Neulußheim und Reilingen verwendet werden wird.
Als Einstimmung auf das folgende Geschehen überraschte zunächst die zehnjährige Hannah Roth mit einem stimmungsvollen Dezember-Gedicht, während die folgenden Lieder des Sängerbundes Reilingen dafür sorgten, dass die Anwesenden zur Ruhe kamen.
Das warme Licht, das aus dem geschmückten Fenster auf die Straße fiel, sorgte zusammen mit dem Duft von Glühwein und frisch gebackenen Waffeln für eine besondere Atmosphäre.
Passend dazu hatte Helga Roth eine heimatliche Erzählung ausgesucht, die sie in der für den Raum Hockenheim typischen Mundart vortrug. Es war ein Vergnügen, der „Gschicht vum Nikolauswoi“ zu lauschen. Sie berichtete von den Erlebnissen des „Jakob-Unkels“ am Nikolaustag, der im Gewand des populären Volksheiligen nicht nur viele Kinder besuchte und beschenkte, sondern auch selbst in jeder „gut Stubb“ ein Gläschen Wein als Wegzehrung bekam. Die Folgen bekam schließlich der gute Herr Schullehrer und seine Familie zu spüren, wo er zunächst die alte Weisheit „Lehrers Kinner oder Pfarrers Kinner gedeihe nie“ zum Besten gab. Als seine Feststellung „Uns in se mol geroate, sins so richtge Deifelsbroade“ auch noch die Lehrersfrau erregte, war der Skandal perfekt: „Wann’d jetzt net die Gosch hältsch, kummsch in de Sack.“
Die Folgen für den sonst kreuzbraven Mann seien furchtbar gewesen, berichtete Helga Roth, denn die „Bawett-Tante“ hätte dem „Unkel vum Unnerdorf“ sofort seine Tätigkeit als Nikolaus verboten – und damit auch den Genuss von „Nikolauswoi“ beendet.
Nach weiteren Liedern des Sängerbundes unter der Leitung von Friedhelm Welk und dem gemeinsam gesungenen „O Tannenbaum“ nutzten die Anwesenden die Gelegenheit zu lockeren Gesprächen bei Glühwein und Kinderpunsch. Damit wurde auch die Zeit bis zur Ziehung der Gewinnnummern des Adventskalenders und die Vergabe der Preise überbrückt.

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