Kurpfalz Regional Archiv

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Optimale Voraussetzungen für eine eine zukunftsorientierte Erziehungsarbeit

11.09.05 (Reilingen)

Erster Spatenstich zum Neubau des Friedrich-Oberlin-Kindergartens / Kinder packen kräftig mit an
„Wer will fleißige Handwerker sehn, der muss zu uns Kindern gehen!“ Dieses alte Kinderlied bot am Freitagnachmittag den passenden Rahmen für den ersten Spatenstich zum Neubau des Friedrich-Oberlin-Kindergartens in Reilingen. In den letzten Wochen war der Kindergartenbau aus den 70-er Jahren abgerissen worden, um an gleicher Stelle gegenüber den Fritz-Mannherz-Hallen neu errichtet zu werden. Und da es sich bei dem Gebäude schließlich um eine Einrichtung für den Nachwuchs der Spargelgemeinde handelt, waren nicht nur Vertreter des Gemeinderats, der Gemeindeverwaltung und der evangelischen Kirchengemeinde zu dem inzwischen wieder als Sandbrache daliegenden Grundstück gekommen, sondern auch viele Kindergartenkinder mit ihren Erzieherinnen und Eltern. Die kleinen Reilinger Bürger machten große Augen, als sie auf das Gelände ihrer bisherigen Kindergartenheimat blickten, aber die bereits dort stehenden Baumaschinen erregten gleich ihr Interesse. Die Frage nach einer Baggerfahrt war ebenso verständlich wie die Hoffnung, in „diesem großen Sandkasten“ spielen zu dürfen.
Ehe die Kleinen aber die dort so verlockend in den Sand eingestochenen glänzenden Spaten in die Hand nehmen durften, hatte schon Bürgermeister Walter Klein das Wort ergriffen, um die große Schar der Anwesenden zu begrüßen.
Er freue sich, gemeinsam den symbolischen ersten Spatenstich für den Bau des neuen Friedrich-Oberlin-Kindergartens vornehmen zu dürfen, denn ein Spatenstich sei irgendwie immer ein Neuanfang, dem man nach monatelangen Vorarbeiten endlich Taten folgen lassen könne. Kurz streifte das Gemeindeoberhaupt die einzelnen Planungsphasen vom Grundsatzbeschluss des Gemeinderats zum Kindergartenneubau am 17. Mai 2004 bis zur Erteilung der Baugenehmigung am 18. Juli 2005. Dazwischen habe man, so der Bürgermeister weiter, verschiedene Kindergärten in Walldorf und Hockenheim besucht, um sich über den aktuellen Standard einer solchen Einrichtung zu informieren. Dabei sei man dem Ziel, einen funktionsgerechten, optimal ausgestatteten, zukunftsfähigen und den Anforderungen der Kinder entsprechenden Kindergarten zu errichten, ein gutes Stück näher gekommen. „Und worin kann man besser investieren, als in die Zukunft unserer Kinder?“ Zugleich machte Walter Klein aber deutlich, dass der Kindergartenneubau für die Gemeinde Reilingen eine große Herausforderung sei. Und das nicht nur finanziell! Nachdem die Kinder vorübergehend im Grundschulgebäude der Schillerschule untergebracht wurden, sich dort bereits eingelebt hätten und schon stolz verkünden würden, dass sie „in die Schule“ gehen, müsse man sich ganz schön anstrengen: „Sonst wollen die Kinder vielleicht gar nicht mehr in den neuen Kindergarten gehen!“
Er zeigte sich zuversichtlich, dass die erstellten Planungen des Architekten Eberhard Vögele allen Anforderungen gerecht werden. „In etwa einem Jahr Bauzeit wird hier ein Kindergarten in Massivbauweise entstehen, der nicht nur zweckmäßig sein soll, sondern auch eine zukunftsorientierte Erziehungsarbeit und optimale Voraussetzungen für die Kinder und die Betreuungskräfte gewährleistet.“
Wie der neue Oberlin-Kindergarten zukünftig aussehen soll, hatte der Architekt in einigen aussagekräftigen Daten zusammengestellt.
So werden die vier Gruppenräume im Erdgeschoss liegen und in Richtung Süden ausgerichtet sein. Jeder Gruppenraum verfügt darüber hinaus über eine zweite Spielebene im Obergeschoss, die über eine Treppe zu erreichen ist. Ein Besprechungsraum für die Erzieherinnen mit angegliederter Küche sowie ein Büro für die Kindergartenleiterin schaffen zudem beste Arbeitsbedingungen für das Kindergarten-Team. Ebenfalls im Erdgeschoss befinden sich eine weitere, kindgerecht eingerichtete Küche, ein Erste-Hilfe-Raum sowie mehrere Werk- und Lagerräume.
Insgesamt stünden, so Bürgermeister Klein gegenüber dieser Zeitung, eine Hauptnutzfläche von rund 627 Quadratmetern zur Verfügung, für die mit Gesamtkosten von rund 1,35 Millionen Euro zu rechnen sei.
Damit werde die Gemeinde Reilingen in etwa einem Jahr über ein weiteres Objekt verfügen, das wie bereits die Schule, ein Vorzeigeobjekt sein werde. „Damit haben wir für unsere jüngsten Mitbürgerinnen und Mitbürger die bestmöglichen Voraussetzungen für die Zukunft, zumindest was Erziehung und Bildung angeht, geschaffen“, so ein sichtbar stolzes Gemeindeoberhaupt.
Er dankte dem Architekten, aber auch Pfarrer Wilhelm Nauber und den Mitgliedern des evangelischen Kirchengemeinderates, den Erzieherinnen und dem Elternbeirat für die gute und harmonische Zusammenarbeit in der Planungsphase.
Dann war es endlich soweit, mit dem ersten Spatenstich den Startschuss für die Bauarbeiten zu geben. Für die vielen Kinder zugleich auch das lang erhoffte Signal, den Baustellenbereich zu stürmen, um gemeinsam mit den offiziellen Spatenstechern „zu sandeln“. So wurde der symbolische Akt zu einem lebendigen und lustigen Anlass, den die Kinder bis zuletzt voll auskosteten. Und dass sie dann auch noch am Umtrunk der geladenen Gäste teilnehmen durften, machte sie ganz besonders stolz – schließlich ging es an diesem Nachmittag um „unseren Kindergarten“.

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