Kurpfalz Regional Archiv

Geschichte(n) und Brauchtum aus der (Kur-)Pfalz

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Unterhaltsame und närrisch-vergnügte Stunden

14.02.10 (Hockenheim)

51. Hockenheimer Fastnachtszug bietet für jeden Geschmack etwas / Viel Musik und gute Laune / Nur noch neun Gruppen aus der Rennstadt / Ohne die Wagen und Fußgruppen aus dem Bruhrain geht gar nichts mehr
Hockenheim.- Einen kunterbunten, fröhlichen und ideenreichen Umzug der Narren, Karnevalsvereine und volkstümlichen Traditionsgruppen erlebten viele tausend Zuschauer in den Straßen der Rennstadt. Der 51. Hockenheimer Fastnachtszug konnte in diesem Jahr zwar keinen echten Knaller unter den 78 Zugnummern bieten, dafür aber viele gleichwertig gute Gruppen und Motivwagen. Es machte Spass, das närrische Treiben trotz der eisigen Temperaturen zu verfolgen, sich von der guten Laune der über 2000 Zugteilnehmer anstecken zu lassen. Sicher, nicht jedem Zuschauer gefielen auch wirklich alle Nummern, aber über Geschmack lässt sich nun mal auch in der Fastnacht streiten. Da der Hockenheimer Fastnachtszug 2010 quer durch die närrische Vielfalt etwas zu bieten hatte, dürfte am Samstagnachmittag wohl jeder auf seine Kosten gekommen sein. Was sich da fast drei Stunden durch die Straßen der Innenstadt bewegte war letztendlich eine gelungene Mischung aus altem Brauchtum, liebenswerten Traditionen und modernem schwarzem Fasching, wie er so gerne bei den Nachbarn im Bruhrain gepflegt wird.
Wie in all den Jahren gewohnt, gaben auch dieses Mal der Zugmarschall (Konrad Krämer) und der Fanfarenzug der Rennstadt das Tempo vor und stimmten die wartenden Menschen bereits mit den ersten „Ahoi“-Rufen auf den ihnen folgenden närrischen Lindwurm ein. Schön, dass in Hockenheim noch immer die Tradition von „handgemachter“ Musik gepflegt wird. Obwohl inzwischen fast alle Gruppen und Wagen ihre eigene Musikberieselung mitbringen, sorgten immerhin noch zehn Kapellen, Guggemusiken und Spielmannszüge für den gewohnt guten Ton:
Stadtkapelle Hockenheim, Fanfarencorps Brühl, „Blaue Husaren“ Hockenheim, Spielmannszug Brühl, Ketscher Hewwlguggler, Spielmannszug Reilingen, Hoggema Ringdeifel, Musikcorps „Mannheimer Schlossgarde“, Spielmannszug Altlußheim und Kurpfälzer Noodeworschdler aus Eppelheim.
Aus einem Fastnachtszug einfach nicht wegzudenken sind die Abordnungen, Garden und Prinzessinen der kurpfälzischen Karnevalsgesellschaften. Neben den beiden einheimischen Gesellschaften, dem C.C. Blau Weiss und der HCG, waren auch die „Luxe“ aus Altlußheim, die „Käskuche“ aus Reilingen, die Narhalla Ketsch, die „Blau-Weißen“ aus Plankstadt, die Schwetzinger Carneval Gesellschaft, die „Kollerkrotten“ aus Brühl und die „Rohrhöfer Göggel“ mit dabei und sorgten mit ihren Gesellschaftswagen und prächtigen Garden für optische Lichtblicke. Und wie wichtig diese Vereine für einen Fastnachtszug sind, wurde auch dieses Mal wieder entlang des Zugweges deutlich: Viele hundert Kinder standen mit ihren Tüten und Taschen sprungbereit am Straßenrand, um die von den Wagen prasselnden Bonbons oder andere Süßigkeiten einzusammeln. Besonders umlagert waren natürlich immer wieder die Karossen der verschiedenen Lieblichkeiten: Julia I. (Rohrhof), Carina I. (Brühl), Sabrina I. (Reilingen), Verena I. (Ketsch), Sina I. (Oftersheim), Kerstin I. (Altlußheim) sowie aus der Weinpatengemeinde Duttweiler die Weinprinzessin Susanne.
Farbenfroh und prachtvoll, aber auch rußig und vermüllt einmal mehr die verschiedenen Motivwagen und Fußgruppen aus Hockenheim, den umliegenden Gemeinden und aus den Fastnachtshochburgen im Bruhrain. Eigentlich schade, dass nur noch neun der 49 gemeldeten Teilnehmer aus der Rennstadt stammen. So waren in diesem Jahr einmal mehr die Freiwillige Feuerwehr, der HSV und FV 08, die Hoggemer Jugend/KJG, die Gruppen Spahr und Rausch, sowie die beiden Formationen ehemaliger Gauss-Schüler, ABI 92 und AGAA (Alte Gaussianer auf Abwegen), die die einheimische Fahne hochhielten und von Bürgermeister Werner Zimmermann und seinen Gästen auf der Ehrentribüne vor dem Rathaus mit besonders lautstarken „Ahoi“-Rufen begrüßt wurden. Alle anderen Teilnehmer kamen bis auf wenige Ausnahmen allesamt aus dem südlich von Hockenheim gelegenen Bruhrain bis hin nach Bruchsal oder Dettenheim.
Alles in allem aber bildeten alle Teilnehmer einen sehenswerten Narrenumzug, der sich ob seiner fröhlich-liebenswerten Ausstrahlung gelungen in den großen Reigen der Vorgängerveranstaltungen einfügte und all denen, die trotz des eisigen Winterwetters gekommen waren, ein paar unterhaltsame und unbeschwerte Stunden bescherte.

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