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Ein Kleinod im Heidelberger Schloss

31.05.16 (Burgen & Schlösser, Museen & Archive, Region)

Das Deutsche Apotheken-Museum hat im Ottheinrichsbau seine Heimat
Mit seinen historischen Einrichtungen und dem lebendigen Programm ist es ein besonderer Magnet auf dem Schloss – und wie groß seine Anziehungskraft ist, wissen die wenigsten. Rund 710.000 Besucher haben sich im letzten Jahr die Arzneimittelsammlung, die Tiegel, Mörser, Waagen und andere Raritäten der Pharmaziegeschichte angeschaut. Sie verschaffen dem Museum in Schloss Heidelberg damit einen Platz in der absoluten Spitzengruppe der deutschen Museen.
Es ist die Mischung aus dem nostalgischen Reiz der kostbaren historischen Apothekeneinrichtungen, aus geheimnisvollen alten Gerätschaften wie Destillierapparaten, Gefäßen aus farbig glasierter Keramik oder buntem Glas, Mörsern und jahrhundertealten, höchst präzisen Waagen – und aus dem besonderen Ort, den gewölbten Räumen im Ottheinrichsbau von Schloss Heidelberg. Der leichte Schauder, der einen angesichts der oft skurrilen Zeugnisse der Pharmaziegeschichte anweht – von getrockneten Kräutern bis zum gepulverten Einhorn und zur menschlichen Schädeldecke – trägt seinen Teil zum Reiz bei. All diese Zutaten machen das Deutsche Apotheken-Museum zu einem der meistbesuchten Museen in Deutschland.
Aus vier Jahrhunderten stammen die Bestände des Museums, das 1937 in München gegründet wurde. Nachdem das Stammhaus im Zweiten Weltkrieg zerstört war, kam die Sammlung über einen Zwischenstopp in Bamberg im Jahre 1957 ins Heidelberger Schloss. Und blüht und gedeiht: Viele der über eine Million jährlicher Besucher in Schloss Heidelberg nutzen die Gelegenheit, einen Blick auf die Geschichte der Heilmittel zu werfen. Ganz wesentlich ist dabei die Arbeit des Museumsteams mit seinen vielen Führungen: „Alraune und Einhorn“ lautet der Titel der Überblicksführung. Aber es gibt auch eine genussreiche „Kulinarische Zusammenkunft zwischen Apotheke und Schlossküche“ oder den Rundgang „Von Rosenwasser und Konfekt – Heilkunde aus dem Morgenland“. Sogar Kindergeburtstage kann man im Apothekenmuseum feiern – und dieses Angebot ist so beliebt, dass 2015 kaum einer der Wochenendtermine unbelegt blieb. Viele Menschen kommen zum Tag der offenen Tür ins Apothekenmuseum, zum Halloweenabend oder sie stöbern einfach im breiten Sortiment des ungewöhnlichen Museumsshops.
Das Museum finanziert sich ganz und gar ohne öffentliche Zuschüsse weitgehend aus Eintrittsgeldern, Führungsgebühren, Einnahmen aus dem Museumsshop und Spenden.
Am Tag der Apotheke am 7. Juni 2016 bietet das Deutsche Apothekenmuseum in Schloss Heidelberg mit der Führung „Alraune und Einhorn“ um 16.00 Uhr einen Rundgang durch die Sammlung an. Dabei gibt’s auch einen Blick hinter die Türen eines jahrhundertealten Arzneischrankes mit originalem Inhalt oder die Begehung einer duftenden Kräuterkammer aus dem 17. Jahrhundert. (PM)
www.deutsches-apotheken-museum.de

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