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Wo Käse auch mit Marmelade schmeckt

11.06.05 (Hockenheim)

Nostalgie und Flair luden zum Verweilen ein / 5. Handwerker- und Bauernmarkt mit 60 Anbietern auf dem Marktplatz

Der diesjährige Handwerker- und Bauernmarkt lockte am Wochenende einmal mehr viele Besucher aus nah und fern auf den Marktplatz in die Innenstadt, wo sich mit 60 Anbietern so viele Marktbeschicker wie noch nie zuvor einer interessierten Kundschaft präsentierten. Märkte sind seit jeher reizvoll, laden zum Bummeln und Verweilen ein, bieten Kaufanreize und kulinarische Leckereien zugleich. Dank der überaus abwechslungsreichen Angebote kam so auch in Hockenheim schnell das typische Marktgefühl auf. Die Besucher zogen zunächst einfach durch die Gassen der kleinen Budenstadt zwischen Stadtkirche und Pestalozzischule, schauten sich ein Stand nach dem anderen an, um schließlich dorthin zurückzukehren, wo man sein ganz persönliches Angebot gefunden hatte. Für die einen waren es die vorgestellten alten Handwerkstechniken, für die anderen die vielfältigen kulinarischen oder kreativen Produkte. Der 5. Hockenheimer Handwerker- und Bauernmarkt bot neben viel (Kunst-)Handwerk aber auch eine große Auswahl an hochwertigen Produkten der Landwirtschaft und des Nahrungsmittel erzeugenden Gewerbes. Konkrete Informationen und Produktvorstellungen durch die Erzeuger waren ebenso gefragt wie kleine Geschmacksproben. Hausgemachte Marmeladen, frisch gebackenes Steinofenbrot, aber auch Dosen- und Dauerwürste waren begehrte Waren. Erdbeeren, Spargel, Himbeeren sowie anderes Obst und Gemüse aus heimischem Anbau lockten, neue Kartoffeln boten einen besonderen Blickfang. Ob Nudeln, Kräutersaucen, Gewürze, aber auch Schinken, Essige und Öle, die Gaumenfreuden waren groß, die Auswahl überaus abwechslungsreich. Etwas gewöhnungsbedürftig für manchen Besucher, aber nicht minder qualitäts- und geschmackvoll die angebotenen Produkte aus Ziegenmilch.
Die Auswahl an Getränken konnten sich mit Weinen, Sekt und Säften aus ökologischen Winzerbetrieben ebenso sehen lassen, wie das original Hoggemer Bier, das auf dem Handwerker- und Bauernmarkt besonders gut schmeckte.
Die vielen Besucher nutzten den Markt in der Rennstadt aber auch, um neue kulinarische Genüsse kennenzulernen. So erregte Küchenmeister Dieter Schlupp aus Brühl mit seinem mit Haselnüssen angereicherten frischen Bärlauch-Pesto oder der Rotweinbutter „Provencal“ ebenso die besondere Aufmerksamkeit wie Ursula und Bernd Weber (Neulußheim) mit ihren hausgemachten Marmeladen, Liköre und Brände. Vor allem der Apfelbrand, einem französischen Calvados absolut ebenbürtig, überzeugte die Feinschmecker. Keine Frage, dass diese auch den Weg zum kleinen Stand von Lothar Müller fanden. Hockenheims weithin bekannter Käsepapst hatte zum Handwerker- und Bauernmarkt einen mit Joghurtkulturen versetzten Schnittkäse, den „Hoggemer Joggel“ mitgebracht, den er auf ganz besondere Weise zum Verkosten brachte – mit etwas frischer Erdbeermarmelade. Eine Delikatesse auch der Mozzarenna, ein handgeschöpfter Edelkäse, der seinem italienischen Vorbild in nichts nachstand.
Der Nachbarstand aus Speyer hatte als kulinarische Ergänzung Trüffelöl, Feigenessig und Oliven-Limonen-Öl im Angebot, das ebenso seine Liebhaber fand wie das kaltgepresste Traubenkernöl.
Auch die kulinarische Vielfalt war in diesem Jahr so groß, dass es nicht leicht fiel, sich zwischen Lachssteak vom Grill, warmer Fleischwurst im Darm oder frisch geräucherten Forellen zu entscheiden. Dass es aber zum Dessert einen Erdbeerbecher mit Sahne geben musste, war für viele Marktbesucher keine Frage.
Wem der Sinn mehr nach Kunsthandwerk und edlen Mitbringsel stand, der wurde auf dem Marktplatz nicht enttäuscht. Das Angebot war umfangreich und reichte von Erlenholzobjekten, über Gestecke und Kränze, antike Sandstein-Repliken bis hin zu Seidentüchern, Schals und handgearbeitetem Design-Schmuck, Kunstgewerbeartikel aus Leder, Blumenschmuck oder Keramikgegenstände.
Auch wenn auffallend nicht so viel gekauft wurde, wie es sich mancher Aussteller vielleicht erhofft hatte, bereitete es dennoch auch in diesem Jahr wieder viel Vergnügen, sich von Nostalgie und Flair des Handwerker- und Bauernmarktes faszinieren zu lassen.

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