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Den Wilden Westen in die Spargelgemeinde geholt

27.11.06 (Reilingen)

Reilinger Sportgala 2006 in der vollbesetzten Fritz-Mannherz-Sporthalle / Bürgermeister am Marterpfahl / Rhönrad-Gruppe aus Neckargemünd als Höhepunkt
Einen abwechslungsreichen Nachmittag im Wilden Westen erlebten die Besucher der diesjährigen Reilinger Sportgala in der bis auf den letzten Platz besetzen Fritz-Mannherz-Sporthalle. Trotz eines frühlingshaften Novembertags, der eher zu einem Ausflug in die Natur einlud, waren nicht nur die Reilinger auf das angekündigte Programm gespannt, sondern auch viele Sportfreunde aus der ganzen Region. Bereits der Blick auf die Hallendekoration entführte in die legendäre Welt von Cowboys und Indianer, von Büffel, Kakteen und die Weiten der Prärie. Und als Charly Weibel zu Beginn der Veranstaltung auch noch zur Gitarre griff und als Country- und Western-Sänger durch diese imaginäre Landschaft zog, schien die Illusion perfekt. Zwar erinnerten die vielen, bereits aufgebauten Sportgeräte im weiten Hallenrund an den sportlichen Charakter der Veranstaltung, aber die Aktiven des Turnerbundes „Germania“ ließen in ihren vielfältigen Kostümen keinen Zweifel aufkommen, für fast drei Stunden den Wilden Westen in die Spargelgemeinde geholt zu haben. Und in der Tat: die fast 300 Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren der verschiedenen Abteilungen des TBG boten einen faszinierenden Querschnitt durch die im Vereinsalltag angebotenen Trainings- und Kursangebote. Wie vielfältig sich heute ein Sportverein am Markt positionieren muss, um seinen Mitgliedern auch ein abwechslungsreiches Angebot bieten zu können, machte die Sportgala des größten Reilinger Vereins einmal mehr deutlich. Und wie gerne diese Sportmöglichkeiten auch genutzt werden, zeigte der Einmarsch der Gruppen. Vorbei an Indianertipis, einem Westernsaloon mit seiner typischen Schwingtür, dem Gefängnis und den anderen angedeuteten Gebäuden zog der große TBG-Treck in die Halle ein. Bereits von Sheriff Klaus Langer erwartet, stellte er als charmanter Plauderer die jeweiligen Gruppen mitsamt den Übungsleiterinnen, Trainer oder Betreuer dem Publikum vor.
Schon das Einreiten der Buben und Mädchen der Mutter-Kind-Gruppen und des Kleinkinderturnens auf ihren Steckenpferden sorgte für gelöste Stimmung, der Cowboytanz um den Matterpfahl brachte den Akteuren den ersten Beifall. Auch bei den vielen Leichtathletikgruppen fiel es dem Publikum nicht immer leicht, den vielen Aktionsbereichen zu folgen. Mit Seilspringen, Slalomlauf, Hechtsprüngen oder einem Hindernisparcours wurden abwechslungsreiche Trainingseinheiten für echte Westmänner, Trapper und Goldwäscher vorgestellt. Um den Besuchern auf der Tribüne ebenfalls die Möglichkeit zur Bewegung zu bieten, übernahm Winfried Vetter von der Skiabteilung für kurze Zeit das Kommando. Viel Beifall gab es aber auch für die abenteuerlichen Vorführungen der Turnerinnen und Turner. Ob es nun einen Kutschenüberfall am Kasten gab, auf einem Balken über einen reißenden Fluss balanciert wurde oder sich mit akrobatischen Sprüngen am Boden fortbewegte: das Abenteuerturnen machte den Kindern Spaß und animierte zum Mitmachen an. Das gleiche galt auch für den Westerntanz der Gymnastikseniorinnen, der zugleich bewies, wie fit man auch noch als gestandene Westernlady im vorgerückten Alter sein kann. Und wie adrett und beweglich sie mal in jungen Jahren waren, daran erinnerten die „Saloongirls“ von der Step-Dance- und Power-Gymnastik. Wirklich scharf geschossen wurde während der Sportgala eigentlich nur von den „Scharfschützen“ der TBG-Handballer. Jonas Golz hatte das Kommando in der rauen Männerwelt der Revolverhelden, Banditen, Pistoleros und kampferprobten Frauenwelt übernommen. Diese schreckten nicht einmal davor zurück, den „großen weißen Vater“ aller Reilinger, Bürgermeister Walter Klein, zur Mutprobe an den Matterpfahl zu schleppen. Wie zäh diese Mädels und Burschen im Nehmen sind, bewies auch der zwölfjährige Alexander, der es sich trotz einer Sportverletzung nicht nehmen ließ, selbst mit Krücken an dieser Präsentation teilzunehmen, die Martin Zimmermann im Hintergrund wirkend zusammengestellt hatte.
Überhaupt waren es die vielen Helferinnen und Helfer der Volleyballabteilung und der Wandergruppe, die dafür sorgten, dass die Großveranstaltung nicht nur reibungslos über die Bühne ging, sondern das die Westreisenden auch genügend zu Essen und zu Trinken hatten.
Bei all den glänzenden Leistungen der TBG-Aktiven galt aber der meiste Beifall der Anwesenden den neun Rhönrad-Sportlerinnen vom TV 1876 Neckargemünd. Die nur noch selten praktizierte Sportart begeisterte die Besucher ob ihrer Mischung aus Eleganz, Dynamik, Kraft und Artistik. Eine gelungene Bereicherung der Reilinger Sportgala 2006, die der TBG-Häuptling Dieter Hopf schließlich mit dem Dank an alle Mitwirkenden, Organisatoren, Helfer und Aktiven von Feuerwehr und DRK zum großen Finale beschloss.

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