Kurpfalz Regional Archiv

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Ein goldglänzender Psalter als Geschenk

30.08.21 (Glaube & Religion, Kirchen & Klöster)

Hochwertige Nachbildung eines goldglänzenden Pracht-Psalters, der für Ludwig den Deutschen (ca. 806-876) mit meisterlicher Buchmalerei hergestellt wurde. (Foto: Welterbe Kloster Lorsch)

Ludwig der Deutsche wurde in Lorsch zu Grabe getragen die Maßnahme ist zum Schutz

Der lange regierende ostfränkische König Ludwig der Deutsche war mit Lorsch als Wohltäter verbunden. Nach seinem Tod am 28. August 876 in Frankfurt am Main fand er dort seine letzte Ruhestätte, wovon wohl ein Steinsarkophag im Lapidarium der Welterbestätte zeugt. Mit dem Status der Grablege dreier Generationenostfränkischer Karolinger hatte das Kloster damals die größte politische Bedeutung in seiner 800 Jahre umspannenden Geschichte erreicht. Es ist in der heutigen Forschung unstrittig, dass der zwischen 825 und 850 im Skriptorium der nordfranzösischen Abtei Saint-Bertin (auch Saint-Sithiu) entstandene Codex ihm zugeeignet war.

Liturgisches Textbuch mit Miniaturen im franko-sächsischen Stil

Die Direktorin der Schlösser und Gärten Hessen, Kirsten Worms, bedankte sich für die besondere Buchproduktion der ADEVA. „Zwar gibt es schon länger die Möglichkeit, den Codex als Digitalisat in Augenschein zu nehmen und zu studieren. Doch ist damit das Gesamtkunstwerk nicht annähernd gewürdigt. Ich freue mich daher sehr, dieses Beispiel eines liturgischen Textbuches  von hoher frühmittelalterlicher Buchkunst einmal klassisch in die Hand nehmen zu können“.

Der Leiter der Welterbestätte, Dr. Hermann Schefers, nannte das Faksimile „ein wunderbares Geburtstagsgeschenk. Vor 30 Jahren, am 13. Dezember 1991, wurde das ehemalige Reichskloster Karls des Großen als erste hessische  Stätte in die Liste des Welterbes der Menschheit aufgenommen. Nun besitzen wir ein Psalter seines Enkels – ein herrliches Exemplar des franko-(angel)sächsischen Stiles mit schöner Flechtbandornamentik und figürlichen Darstellungen. Die Reproduktion der ADEVA wird unsere in Lorsch großgeschriebene Vermittlungsarbeit ungemein bereichern.“

„Paradebeispiel“ eines frühen Zweiges insular geprägter Buchmalerei

Dem Ludwigspsalter auf 120 Pergamentseiten mit späteren Ergänzungen kommt eine herausragende Stellung in der mittelalterlichen Buchmalerei in des Karolingerreiches zu. Nach Angaben des Verlages ist er „Paradebeispiel“ für einen Stil, der unter irisch-angelsächsischem bzw. insularem Einfluss stand. Er entwickelte sich m heutigen Norden Frankreichs. Kennzeichnend sind Goldbordüren als Flechtornamentik sowie wenige Tiermotive mit Schlangen, Drachen und Vögeln. Alle Blättersind mit Zierrahmen eingefasst. Initialen heben de nAnfang der Psalmen und die anschließenden Verse in goldenen Unzialen heraus, während der übrige Text zweispaltig in karolingischer Minuskel erscheint.

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