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* Leckere Fischspezialitäten bleiben noch lange in Erinnerung

03.06.07 (Reilingen)

44. Reilinger Fischerfest trotz Regenwetter / Drei Tage im großen Festzelt den traditionellen Auftakt der kurpfälzischen Backfischfeste gefeiert
Fischerfeste gehören schon seit langer Zeit mit zu den beliebtesten volkstümlichen Feste in der Kurpfalz. Und längst wissen die Feinschmecker unter den Fischliebhabern, dass Zander oder Merlane nicht überall gleich gut zubereitet werden. So ganz still und bescheiden hat sich in den letzten 44 Jahren das Fischerfest in Reilingen zu einer der bedeutendsten Veranstaltung dieser Art entwickelt. Der Besucherandrang bestätigte dies auch in diesem Jahr wieder beeinduckend. Trotz der verregneten ersten beiden Tage waren die Reihen im großen Zelt auf dem Festplatz in der „Nachtwaid“ gut besetzt. Vor allem in den Abendstunden ging es dabei recht eng zu, denn aus der ganzen Region waren die Besucher in die Spargelgemeinde gekommen, um beim traditionellen Auftakt der kurpfälzischen Backfischfeste mit dabei zu sein.
Wer sich eine Portion frisch zubereiteten Fisch holen wollte, musste sich während des dreitägigen Fischerfestes immer wieder mal gedulden. Die Schlangen vor den Verkaufsstellen waren vor allem zur Mittagszeit und am Abend groß.
Die leckeren Fischspezialitäten, allen voran Zander, Merlane oder Forellen fanden zu dieser Zeit reißenden Absatz, dass die Aktiven des gastgebenden Angelsportverein zeitweise mit dem Panieren und anschließendem Ausbacken der Fische in den großen Friteusen schier nicht mehr nachkamen.
Betrachtet man aber alle drei Tage im Rückblick, fiel auf, dass die Besucher trotz aller Festfreude sparsamer waren als in den Vorjahren. So war die Nachfrage nach kleineren Fischen deutlich größer, dafür die Zahl der auf einmal gekauften Bierbons deutlich geringer. Da ein guter Speisefisch aber dennoch „schwimmen” musste, hatten die vielen Helferinnen und Helfer an den Getränkeausgaben auch in diesem Jahr alle Hände voll zu tun. Und wer nach dem üppigen Genuss der Fischspezialitäten noch einen Verdauungsschnaps brauchte, der besuchte die „Fischerbar“ gleich neben der großen Bühne.
Gleich zentnerweise lagerte der nach Reilingen angelieferte Frischfisch in einem großen Kühlwagen. Wie immer legte der ASV 1960 bei dem schnell verderblichen Nahrungsmittel großen Wert auf Sauberkeit und Hygiene. So wurden die Fische in einem gesonderten Bereich ausgenommen, entschuppt und für die Weiterverarbeitung in der Fischbäckerei vorbereitet. Und von dort kam dann die verlockend riechenden Fischspezialitäten sofort in den Verkauf, um noch heiß verspeist werden zu können.
Pech hatte der ASV an diesem Wochenende eigentlich nur mit dem Wetter. Als der teilweise wolkenbruchartige Regen den Wiesenboden immer weiter aufzuweichen drohte, wurden Dielen und andere Bretter besorgt, um einen möglichst sauberen und gefahrlosen Zugang zum großen Festzelt zu ermöglichen.
Welche Macht das Regenwasser haben kann, erlebten die Veranstalter und viele Besucher am Samstagnachmittag. Wegen des Gewichts der unerwartet starken Niederschläge riss es eine Regenrinne aus der Verankerung, die dann mit viel Getöse auf eine gläserne Verkaufstheke und den Verkaufsbereich hinunterfiel. Die Glastheke zersprang in viele Splitter, Waagen und Kassen an der Verkaufstheke wurden teilweise demoliert oder zerstört. Nach einer etwas längeren Schrecksekunde und schnellen Aufräumungsarbeiten konnte das Fischerfest dann aber wie gewohnt fortgesetzt werden.
Um die abendlichen Besucher im Festzelt zu unterhalten, hatten die Organisatoren um den ASV-Vorsitzenden Helmut Berlinghof die von zahlreichen Auftritten her bekannte Oldieformation „Blue Jeans“ engagiert. Obwohl sich die vier Musiker Gerhard Thurau (Schlagzeug), Claus Stuhlmüller (Keyboard), Hartmut Becker (Bass) und Hubert Schmitt alle Mühe gaben und auch die temperamentvolle Sängerin Tina Simon mit ihrem Gesang überzeugte, wollte der berühmte „Funken“ an den beiden Abenden nicht so richtig auf das Publikum überspringen. Nur wenige Besucher schienen sich für das Geschehen auf der Bühne zu interessieren, an ein Mitmachen, Mitklatschen oder gar Tanzen war nicht zu denken. Die Folge waren wenig professionelle, mehr gelangweilt-enttäuschte Doppeldeutungen der Leadsängerinnen auf den dann auch eher sparsamen Applaus. Rückblickend muss daher festgestellt werden, dass entweder das Publikum ein anderes war als in den Vorjahren – oder die Band nicht so richtig zum Fischerfest passte. Eigentlich schade, hatten die „Blue Jeans“ doch schon öfters bei den Grand Prix-Partys oder anderen Open Air-Veranstaltungen der Stadthalle die Besucherscharen begeistert.
Voll auf seine Kosten kam dagegen das eher jugendliche Publikum am gestrigen Sonntagnachmittag und frühen Abend, als sich mit der bekannten Formation „Echtzeit“ und „FOD“ zwei einheimische Nachwuchsgruppen im großen Festzelt präsentierten. Und wem der Sinn weniger nach Musik stand, der besuchte einfach den kleinen Vergnügungspark mit seinen Buden und Karussells vor dem Festzelt.
So kam eigentlich jeder Besucher des 44. Reilinger Fischerfestes auf seine Kosten, wobei vor allem die leckeren Fischspezialitäten noch lange in Erinnerung bleiben dürften. Eben ganz im Sinne einer solchen Veranstaltung. (og)

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