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Mit den Jugendlichen ins Gespräch kommen

24.03.10 (Reilingen)

Gemeinderat beschließt den Einsatz eines mobilen sozialpädagogischen Krisenteams / Streetworker auch in den Abend- und Nachtstunden unterwegs / Gemeinsames Krisenteam mit Hockenheim / Kosten liegen bei 10.000,- EUR

Reilingen.- Die Gemeinde Reilingen macht zwar nicht mobil, will aber mit dem Einsatz eines mobilen sozialpädagogischen Krisenteams den ständig steigenden Sachbeschädigungen und Lärmbelästigungen durch Jugendliche aktiv Paroli bieten. Der Gemeinderat der Spargelgemeinde sprach sich während seiner öffentlichen Sitzung am Montagabend einstimmig dafür aus, den in zahlreichen Kommunen im Rhein-Neckar-Kreis in der Kinder- und Jugendsozialarbeit aktiven Verein Postillion mit der Aufgabe zu betrauen. Ab dem 1. Mai 2010 wird ein „Mobiles Krisenteam“ bestehend aus einem weiblichen und männlichen Streetworker in den Abend- und Nachtstunden eingesetzt. Ihre Aufgabe wird es sein, an den Brennpunkten in Reilingen Kontakt mit den Jugendlichen aufzunehmen.
Nach Auffassung von Bürgermeister Walter Klein habe sich in letzter Zeit die Situation im Bereich des Schulhofes und rund um die Fritz-Mannherz-Hallen „etwas entspannt“, dafür habe sich der Vandalismus auf den Festplatz und den Bolzplatz in der Haydnallee verlagert. Besorgniserregend sei zudem der Genuss von Alkohol durch Jugendliche und dem damit verbundenen Verhalten der jungen Leute. „Mit dem Einsatz der Streetworker erhoffen wir uns eine Verbesserung der Situation in unserer Gemeinde.“
Der Postillion e.V. habe in den vergangenen Jahren gemeinsam mit Partner, den Kommunen und der Polizei intensiv an Lösungsansätzen gearbeitet, verdeutlichte dessen geschäftsführender Vorsitzende Stefan Lenz. Sinn und Zweck der „Mobilen Krisenteams“ sei, mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen und sozialadäquates Verhalten im Freien durchzusetzen, aber nicht deren Vertreibung von den öffentlichen Plätzen. In Ergänzung der Schulsozialarbeit sollen tagsüber Sprechstunden für Jugendliche „auf der Straße“ eingerichtet werden, ebenso Sprechstunden für betroffene Anwohner. Die Sozialarbeiter seien zudem freitags und samstags von 21 Uhr bis 2 Uhr in ständiger Einsatzbereitschaft. Stefan Lenz: „Die Telefonnummern der Teams werden veröffentlicht, so dass sie auch nachts direkt von betroffenen Anwohnern angerufen werden und die Brennpunkte spätestens nach 15 Minuten anfahren können.“
Bislang sind „Mobile Krisenteams“ in Eppelheim, Sandhausen und Hockenheim im Einsatz. Wie Bürgermeister Klein mitteilte, würden alle drei Gemeinden über positive Resultate berichten. „Die Zahl der Anwohnerbeschwerden ist stark gesunken, das Benutzen der Mülleimer durch Jugendliche dagegen gestiegen.“ Ketsch, Nussloch und Walldorf hätten, so das Gemeindeoberhaupt weiter, inzwischen angekündigt, ab diesem Jahr ebenfalls Krisenteams einzusetzen.
Der Einsatz des „Mobilen Krisenteams“, das sich zukünftig die Stadt Hockenheim und die Gemeinde Reilingen teilen werden, wird die Spargelgemeinde in der Zeit von April bis Oktober 10000 Euro kosten. Obwohl dieser Betrag im Gemeindehaushalt nicht zur Verfügung steht, stimmte der Gemeinderat einer außerplanmäßigen Ausgabe zu. „Das ist sinnvoll und gut verwendetes Geld“, fasste Peter Geng (Freie Wähler) die Meinung am Ratstisch zusammen. Und Jens Pflaum (FDP) fügte hinzu, dass der Einsatz eines „Mobilen Krisenteams“ auf jeden Fall ein Versuch wert sei. Zudem hofft Bürgermeister Walter Klein, dass sich ein Teil der Kosten amortisieren wird: „Wir erwarten zukünftig weniger wilden Müll, und auch die Reparaturkosten nach Sachbeschädigungen dürften sich reduzieren.“

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