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* Mit Geothermie die Energiekosten deutlich senken

28.06.07 (Altlußheim)

EnBW stellt im Altlußheimer Gemeinderat alternative Energiegewinnung vor / Rathaus und Mehrzweckgebäude sollen zu einem regionalen Pilotprojekt werden / Positive Reaktionen am Ratstisch
Die Gemeinde Altlußheim ist auf dem besten Weg, zu einem Vorzeigedorf in Sachen regenerativer Energie zu werden. Vorausgesetzt, der Gemeinderat wird in einer seiner nächsten Sitzungen der von der EnBW erarbeiteten Neukonzeption für die Wärmeversorgung von Rathaus und benachbartem Mehrzweckgebäude zustimmen. Der Energieversorger würde dann nämlich in der Rheingemeinde ein Pilotprojekt starten, das für viele öffentliche und private Auftraggeber von besonderem Interesse sein könnte. Vorgesehen ist der Bau einer Geothermieanlage gleich neben dem Mehrzweckgebäude. Diese soll mit vier Erdwärmesonden ausgestattet werden, die etwa 200 Meter in die Tiefe reichen. Als Wärmeträgermedium in dem geschlossenen System ist Sole vorgesehen, was kostengünstiger ist als der Einsatz von Grundwasser. Die EnBW-Experten sind sich sicher, dass zukünftig rund 80 Prozent der Heizleistung in den Gebäuden durch Erdwärme abgedeckt werden könnte. Nur bei extrem kalten Außentemperaturen käme dann zusätzlich eine mit Erdgas befeuerte Spitzenlastheizung zum Einsatz.
Roland Orth vom EnBW-Regionalzentrum Nordbaden: „Der Einsatz einer Geothermieanlage macht gerade in der Rheinebene Sinn.“ Zugleich wies er darauf hin, dass es nicht darum gehe, Wärmepumpen zu verkaufen: „Wir kommen zu Ihnen mit einer Idee und wollen deren Planung übernehmen.“ Bei der EnBW sei man nämlich davon überzeugt, dass zukünftig viele Städte und Gemeinden diese Art der Energiegewinnung übernehmen werden, um die bisherigen Kosten zu senken.
Und in der Tat: die dem Altlußheimer Gemeinderat vorgestellten Zahlen waren interessant und überzeugend zugleich. Ausgehend von einem Energiebedarf von rund 346000 Kilowattstunden im Jahr sei zunächst von einer Investitionssumme von etwa 233000 Euro auszugehen, so der Enegieexperte in seinem Vortrag. Verglichen mit dem Einsatz einer herkömmlichen Gasheizung also zweieinhalb Mal so teuer. Betrachtet man die ganze Sache aber mal genauer, überzeugt zunächst die jährliche Energieeinsparung von ungefähr 53 Prozent beim Einsatz von Erdwärme. Doch nicht nur diese Aussage wirkte auf die Ratsmitglieder überzeugend. „Außerdem können wir für Altlußheim von einer Reduzierung der Kohlendioxid-Emissionen um etwa 61 Prozent ausgehen“, so Roland Orth weiter. Die Energiekosten der Rheingemeinde für das Rathaus und das Mehrzweckgebäude würden letztendlich um rund 46 Prozent sinken. Ausgehend von den jetzigen Bedingungen sei die gesamte Geothermieanlage nach neun Jahren bezahlt, und dies bei einer Haltbarkeit und Dauereinsatzleistung von etwa 20 Jahren. Den Vorschlag der EnBW, einen Teil des öffentlichen Energiebedarfs in der Rheingemeinde zukünftig mit Hilfe der Geohthermie als langfristig wirtschaftliche und klimaschonende Lösung zu realisieren, nahm der Altlußheimer Gemeinderat positiv auf. Man wird das Projekt weiter verfolgen und zunächst im Technischen Ausschuss vor einer endgültigen Beschlussfassung ausführlich beraten. (og)

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