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Traditioneller Weinzehnt für den Bischof

26.06.13 (Speyer)

Weihbischof nimmt Weinzehnt in Empfang / Lieferung aus Kirrweiler kommt per Pferdefuhrwerk nach Speyer
Wie in der Geschichte des Bistums Speyer üblich, wurde auch heuer wieder der „fürstbischöfliche Weinzehnt“ von Kirrweiler nach Speyer gebracht – und zwar historisch korrekt mit Pferden und Fuhrwerk. Weihbischof Otto Georgens nahm die Weinfuhre vor dem Kaiserdom in Empfang. Mit von der Partie waren auch die Pfälzische Weinkönigin Andrea Römmich, der Kirrweilerer Bürgermeister Rolf Metzger und Ortspfarrer Marco Richtscheid.
„Ich hoff‘, die Tradition lebt fort, von Kirrweiler, dem Bischofsort. Es sollte weiterhin gelingen, den Weinzehnt jedes Jahr zu bringen.“ In Reimform dankte Weihbischof Otto Georgens – zünftig gekleidet in Winzerkluft – am Dienstag auf dem Domvorplatz für eine ganz besondere Lieferung aus Kirrweiler. Wie schon in den beiden Vorjahren brachte eine Delegation aus dem Weinort an der Südlichen Weinstraße per Pferdekutsche edle Tropfen nach Speyer. Der  Weihbischof sowie Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann dürfen sich über je 157 Flaschen der Sorte Grauburgunder freuen – ein Zehntel (Zehnt) vom Ertrag des letzten verbliebenen bischöflichen Weinbergs in Kirrweiler, von 1280 bis 1793 Sommerresidenz der Fürstbischöfe von Speyer.
Kirrweilers Ortsbürgermeister Rolf Metzger, begleitet von Ortspfarrer Marco Richtscheid, der örtlichen Weinprinzessin Lena I. sowie einigen Winzern, hob vor der Kathedrale die jahrhundertelangen guten Verbindungen zwischen seiner Gemeinde und der Kirche von Speyer hervor. Die Fürstbischöfe hätten die klimatisch günstige Lage erkannt und den Weinbau gefördert. Nach einer über 200-jähriger Pause habe Kirrweiler 2011 aus Anlass des 950-jährigen Domweihfestes wieder an die alte Tradition angeknüpft. Metzger betonte, im Gegensatz zur Lieferung des Vorjahres, die aufgrund von Nachtfrösten geringer ausgefallen war, habe 2012 ein trockener sonniger Herbst für eine lange Reifephase gesorgt. Neben dem Wein gab es noch ein Überraschungspräsent für den Weihbischof: Die Künstlerin Ulrike Braun überreichte Georgens ein Bild des Doms, gemalt mit Portugieser und Dornfelder aus Kirrweiler.
Mit von der Partie war auch die Pfälzische Weinkönigin Andrea Römmich. Sie erinnerte in einem Grußwort daran, dass der Grauburgunder seinen Ursprung in Speyer habe. Die Rebsorte, auch bekannt als „Ruländer“, verdanke ihre Verbreitung Johann Seger Ruland, der Anfang des 18. Jahrhunderts in der Domstadt die Trauben von zwei Rebstöcken einer ihm unbekannten Rebsorte ausgebaut habe. Heute sei der Grauburgunder in allen deutschen Anbaugebieten sehr beliebt und die Rebsorte des Jahres.
Bevor sich auch die zahlreich erschienenen Touristen an einem Glas Kirrweilerer Wein erfreuen konnten, lobte Weihbischof Georgens noch einmal die köstlichen Tropfen: „Ein Wein, das sag’ ich nicht zum Scherz, erfreut des Bischofs Sinn und Herz.“ (is)

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