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Lorscher Codex endlich online

29.06.16 (Forschung & Archäologie, Kirchen & Klöster, Museen & Archive)

Zentrales Dokumente der frühmittelalterlichen Wirtschaftsgeschichte Europas / „Geburtsregister“ vieler Städte und Gemeinden

Kaum hat man sich an die „Bibliotheca Laureshamensis digital“ gewöhnt, ist schon ein neues Projekt zu feiern, das der guten Zusammenarbeit von hessischer Schlösserverwaltung und der Universitätsbibliothek Heidelberg zu danken ist: das „Archivum Laureshamensis digital“. Dabei geht es im Wesentlichen um mehrere sich über die Jahrhunderte der Klostergeschichte ergänzende Bestandsgruppen: Um die Urkunden, die in und für Lorsch ausgestellt wurden und die sich im Original erhalten haben und um Urkundenbücher, die ausschließlich oder teilweise Lorscher Material enthalten. Das prominenteste dieser Urkundenbücher stammt noch aus benediktinischer Zeit und ist als „Lorscher Codex“ europaweit ein Begriff.
Wäre der gewichtige Codex nicht erhalten geblieben, wüssten wir praktisch nichts mehr über die wichtigsten ereignisgeschichtlichen Vorgänge und über die Lorscher Grundherrschaft, deren Erbe sich heute sechs europäische Staaten teilen. Über tausend urkundliche Erstnennungen machen den Codex zu einer der wichtigen europäischen Wirtschaftsquellen; und da die meisten Urkunden im 12. Jahrhundert von karolingischen Originalen abgeschrieben wurden, ist der Codex zugleich eines der zentralen Dokumente der frühmittelalterlichen Wirtschaftsgeschichte Europas.
Ein weiteres, im 16. Jahrhundert angelegtes Urkundenbuch, harrt noch der wissenschaftlichen Edition, die in absehbarer Zeit erfolgen wird – es ist die nächste Quelle, die in das digitale Archiv Aufnahme finden soll. Und erste Recherchen zeigen auch schon, dass es doch viele mehr oder weniger bekannte Urkunden gibt, die sich auch im Original noch erhalten haben. „Mit dem Zusammentragen und der Bereitstellung der Urkunden wird sich unser Lorsch-Bild erheblich verändern“, prophezeit Karl Weber, Chef der Hessischen Schlösserverwaltung. Denn dann erschließen sich bisher unbeachtete Quellen gerade zur späteren Klosterzeit, die bisher als quellenarm und daher unattraktiv gegolten hat.
Gleichsam zur digitalen Premiere laden Schlösserverwaltung und das Kuratorium UNESCO Welterbe Kloster Lorsch ein: Sie wird stattfinden am Donnerstag, 7. Juli 2016, um 19.00 Uhr im Paul-Schnitzer-Saal am Museumszentrum Lorsch.
Wer dabei sein kann, darf sich auf eine ebenso spannende wie unterhaltliche Vorstellung des Projektes durch Dr. Veit Probst, Direktor der Universitätsbibliothek Heidelberg, und Dr. Maria Effinger, Leiterin der Handschriftenabteilung, freuen dürfen. In bewährter Manier werden die beiden Wissenschaftler veranschaulichen, dass mittelalterliche Codices und moderne Technik ganz hervorragend zusammenpassen! Ergebnisse, aber auch zukunftweisende Perspektiven bei der Erschließung mittelalterlicher Urkunden mittels moderner Möglichkeiten sind das Thema des sicher höchst informativen Abends. Der Eintritt ist frei. (PM)
Bibliotheca Laureshamensis digital
Archivum Laureshamensis digital

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