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* Straßenfest wurde am Abend zum Open Air-Stadtfest

20.05.07 (Hockenheim)

Rennstadt feiert traditionellen „Hockenheimer Mai“ / Besucher kommen erst am Abend in großen Scharen / Rundgang der Ehrengäste wird zum Auf und Ab / Zwischen „Fressgass“ und Gourmat-Meile
Der „Hockenheimer Mai“ wird immer mehr zu einem Abend-Ereignis. Was sich bereits in den letzten Jahren abzeichnete, wurde am Wochenende mehr als deutlich bestätigt: Obwohl das Wetter allen meteorologischen Vorhersagen zum Trotz den ganzen Tag über das Festgelände zwischen Fortunakreuzung, Lutherhaus und Marktplatz in das schönste Sonnenlicht tauchte und auch die Temperaturen sommerlich waren, fehlte in den Nachmittagstunden irgendwie die gewohnte Enge in den Straßen. Keine Frage, an den vielen Ständen der Hockenheimer Vereine und Gewerbetreibenden hatte man alle Hände voll zu tun, aber der Andrang war eben nicht wie früher. Damals schoben sich die Menschenmassen geradezu durch den „Hockenheimer Mai“, was rückblickend betrachtet, auch nicht immer ein Vergnügen war. Da war es doch schon viel angenehmer, dass bereits am späten Vormittag mit der offiziellen Eröffnung ein ständiges Kommen und Gehen einsetzte. Zur Begrüßungsrede von Oberbürgermeister Dieter Gummer und dem anschließenden Anstich des von der Hausbrauerei am Stadtpark gestifteten Fass voller Festbier waren nicht nur die blau-weißen Landsknechte des Fanfarenzuges der Rennstadt mit ihrem wohlklingenden Spiel vor der Rathaus-Tribüne angetreten, sondern auch eine große Zahl geladener Gäste. Alles, was in der kommunalen Politik, der örtlichen Wirtschaft und Vereinswelt, aber auch bei Behörden, Verwaltungen und Banken Rang und Namen hat, war gekommen. Besonders begrüßt wurden dabei die Landtagsabgeordnete Rosa Grünstein, der Altlußheimer Bürgermeister Hartmut Beck, die Bürgermeisterstellvertreterinnen Sabine Petzold (Reilingen) und Angela Schönig (Neulußheim) sowie der Ortsvorsteher der Weinpatengemeinde Duttweiler, Gerhard Syring-Lingenfelder.
Während sich zur Mittagszeit die Plätze an den Tischen der verschiedenen Lauben und Straußwirtschaften zusehends füllten, machten sich die Ehrengäste auf den traditionellen Rundweg durch das Festgelände, der in diesem Jahr aber mehr zu einem Auf und Ab wurde. Grund dafür war, dass erstmals in der Geschichte des Straßenfestes der „Eichhorn“-Parkplatz nicht mehr in das Festgelände eingebunden war. Was viele zunächst irritierte, kam letztendlich aber den Teilnehmern zugute, denn beim Hin und Her-Gehen kamen die Besucher so mindestens zweimal an jedem Stand vorbei.
Dass sich der OB die Zeit nahm, jeden Teilnehmer des „Hockenheimer Mais“ zu begrüßen, kam bei den Straßenfest-Beschicker gut an, führte beim größten Teil der Ehrengäste im Gefolge zu Langeweile. Bereits nach kurzer Zeit hatte sich dieser offizielle Rundgang leider zu einem Rundgehen des Oberbürgermeisters reduziert. Die meisten Ehrengäste hatten sich derweil schon in den Museumshof zurückgezogen, um dort im Schatten der Bäume die Speisen und Getränke aus der Fanfarenzug-Küche zu genießen. Wer dort zunächst keinen Platz gefunden oder den Rundgang schon früher abgebrochen hatte, empfand den neuen Biergarten des Carnevalclubs Blau Weiss im Stadthallenhof als passende Gelegenheit, um sich hier unter den großen Sonnenschirmen bei leckeren Gerichten und einem kühlen Schluck auszuruhen. Das Angebot appetitlicher Speisen war aber nicht nur hier vielseitig. Genau betrachtet, war eigentlich das ganze Festgelände eine einzige „Fressgass“. Bei den unterschiedlichsten Angeboten zwischen feiner Küche und deftigen Spezialitäten hatten die Besucher die Qual der Wahl, auch die Vielzahl an Getränken aus aller Welt machte die Entscheidung nicht immer leicht.
Am Abend, als die meisten Speisen bereits ausverkauft waren, dominierten dann vor die Handgerichte, ein frisch gezapftes Bier oder ein Glas voll mit kühlem Wein. Bei dem großen Andrang war man im Bereich der großen Open Air-Bühnen sogar oft froh, überhaupt bis an die Getränkestände vordringen zu können. Wer aber genau hinschaute und auch bereit war, ein paar Meter mehr zu laufen, der konnte auch noch nach Mitternacht im Festgelände nicht verdursten. Die Lauben, Bier- und Weingärten waren bei den abendlichen Wohlfühltemperaturen alle voll besetzt, auch im Maidorf war zur späten Stunde so gut wie kein freier Sitzplatz zu bekommen.
Zu diesem Zeitpunkt war das eigentliche Straßenfest bereits längst zu Ende gegangen, denn schon gegen 19 Uhr hatten nicht wenige Teilnehmer damit begonnen, ihre Stände abzubauen. Die Folge waren große Lücken im Straßenfestverlauf. Diese wurden dann teilweise von spontanen „Straßenkünstlern“ wieder gefüllt, die Portraitmalen, besondere Schreibtechniken oder spezielles Haarflechten anboten.
Der „Hockenheimer Mai“ in seiner klassischen Form war vorbei, ein fröhliches Stadtfest mit vielen Hofkneipen, Straußwirtschaften und einigen Open Air-Bühnen mit viel Musik hatte begonnen: Ein Hoggemer Sommernachtsfest wie aus dem Bilderbuch – und das Mitten im Mai. Schöner hätte so ein Abend nicht ausklingen können … (og)
 

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