VERANSTALTUNGS-TIPP

 


MUSEEN DER KURPFALZ

Kurpfälzisches Museum
Heidelberg

Reiss-Engelhorn-Museen
Mannheim

Historisches Museum
Speyer

Neben diesen drei Museen, die sich intensiv mit der Geschichte der Kurpfalz beschäftigen, gibt es noch viele lokale Heimat- und Regionalmuseen, deren Besuch sich auch lohnt, hier aber leider nicht namentlich erwähnt werden können!

UNSER BÜCHER-TIPP

Reisen in die Geschichte

Als Deutschland noch nicht das Deutschland von heute war: eine Lesefazination der besonderen Art. Wer mit Bruno Preisendörfer "unter-
wegs" ist, erlebt Geschichte pur, der Autor nimmt den Leser mit auf eine spannen-
de Reise in ein "teutsches Land", das noch nicht Deutschland war.

"Reise in die Lutherzeit"

"Reise in die Goethezeit"
Galiani Verlag Berlin

Unsere Empfehlung:
Unbedingt lesenswert!


Artikel-Schlagworte: „Bruchsal“

* Wunderkind zu Gast beim Fürstbischof von Speyer

Auch in Bruchsal machten die Mozarts Station / Zahlreiche Veranstaltungen erinnern 2013 an Mozart / „Wunderkindreise“ des siebenjährigen Wolfgang Amadeus Mozart jährt sich zum 250. Mal

Berühmte Reisende bezogen im Sommer 1763 gegenüber der Bruchsaler Stadtkirche, im damaligen Gasthaus „Zum Riesen“, für zwei Nächte ihr Quartier: Während der sogenannten Wunderkindreise von Wolfgang Amadeus Mozart machte die Familie des erst siebenjährigen jungen Musikers in der damaligen Residenzstadt der Speyerer Fürstbischöfe Station. Vater Leopold besuchte das barocke Schloss und lobte dessen Inneneinrichtung als „unbeschreiblich reitzend und kostbar, daß man nichts angenehmeres sehen kann“. Die Wunderkindreise führte die Familie Mozart an manchen Fürstenhof in ganz Europa; Bruchsal war einer davon. Diesen Beitrag weiterlesen »

Verschwenderischer Rokokofürst eines bescheidenen Fürstbistums

Kardinal Franz Christoph von Hutten, Fürstbischof von Speyer, wurde vor 300 Jahren geboren / Prachtvolle Residenz in Bruchsal / Absoluter Herrscher träumte von einem „immerwährenden Speyer“

Am 6. März 2006 wäre Franz Christoph von Hutten, 1743 bis 1770 Fürstbischof von Speyer, 300 Jahre alt geworden. Als Nachfolger des Kardinals Damian Hugo von Schönborn, der die Residenz der Fürstbischöfe nach immerwährenden Streitereien mit dem Rat der Freien Reichsstadt Speyer nach Bruchsal verlegt und das Schloss erbaut hatte, gab Franz Christoph von Hutten die prunkvollen Rokokodekorationen im Innern in Auftrag. Und dem Bruchsaler Stadtbild verlieh er zudem das anspruchsvolle Gepräge einer fürstbischöflichen Residenz. Diesen Beitrag weiterlesen »

Warum in Speyer kein „Mozarthaus“ steht

Wolfgang Amadeus Mozart ist nie in der Domstadt gewesen. Gelegenheit zu einer Visite hatte er. Immerhin reichte sein halbjähriger Aufenthalt in Mannheim, wo er um eine Anstellung bei Hofe kämpfte, zu Abstechern nach Schwetzingen, Worms und Mainz. Sogar Kirchheimbolanden stand auf seinem Besuchsprogramm. Diesen Beitrag weiterlesen »

Michaelsberg: Scheune, Stall und Wallfahrtsstätte

Schon von weitem sichtbar erstreckt sich über der alten fürstbischöflichen Residenzstadt Bruchsal mit dem Michaelsberg mit 272 Meter die höchste Erhebung am westlichen Kraichgaurand. Zu allen Zeiten übte der Berg eine besondere Anziehungskraft auf Menschen aus. Bereits vor über 5.000 Jahren siedelten jungsteinzeitliche Bauern auf der Kuppe der Anhöhe. Auch Kelten und Römer waren dort später anzutreffen.

Wann die ersten christlichen Wallfahrer auf den Berg zogen, um St. Michael anzurufen, ist nicht überliefert. Das für den Kapellendiener ausgewiesene Engelhofgut wurde bereits 1311 erstmals genannt. Sicher befand sich auf dem Berg nur eine kleine Holzkapelle, denn nach der Überlieferung habe ein Bischof von Speyer „eine klein Capel erichten lassen, zu Ehren des heyligen ErtzEngels Michaelis, in welcher man habe kaum Meß lesen können“.

Unter Bischof Matthias Rammung wurde 1472 durch Baumeister Hensel Frosch der Holzbau durch eine gotische Steinkirche ersetzt. Nach Zuwendung von Ablässen wurde das Michaelisheiligtum vermehrt von Gläubigen besucht. Besondere Festtage waren der St.JosefsTag, St.Michaels Erscheinung (meist am Ostermontag) und St.Michaels Weihe (29. September). Die kriegerischen Zeiten des 16. und 17. Jahrhunderts beeinträchtigten erheblich die Wallfahrt, doch
die Kapelle blieb offenbar weitgehend verschont. Nur Wind und Wetter setzten dem Bauwerk ständig zu, so daß jede Generation sich um die Erhaltung sorgen mußte.

Fürstbischof Damian Hugo von Schönborn hatte nach einem Besuch des Michaelsberges im August 1742 zur Sammlung für die Rettung und Vergrößerung der Michaelskapelle aufgerufen. Gleichzeitig wurde sein Baumeister Georg Stahl mit der Fertigung eines Bauplanes und der Ausführung der Bauarbeiten beauftragt. In alten Berichten ist zu lesen, daß „die Capel lag da fast ganz ohn Boden und ißt geweset zu klein für die Procession“. Mit der Eindeckung des Turmes mit Schiefer
im Spätsommer 1744 konnten die Bauarbeiten abgeschlossen werden. Am Michaelsfest des gleichen Jahres wurde dann die neue Kapelle von Fürstbischof Franz Christoph von Hutten eingeweiht.

Nach dem Neubau nahm die Wallfahrt solche Ausmaße an, daß die Betreuung der Gläubigen den Kapuzinern übertragen werden mußte. Mit der Säkularisation 1806 fand die Wallfahrt ein jähes Ende, denn der badische Staat vereinnahmte das Engelhofgut und die Kapelle. Nach einer vergeblichen Versteigerung „zum Abbruch“ kaufte ein Bruchsaler Bürger das Gotteshaus, das aber nach seinem Tod 1815 doch noch versteigert werden mußte. Die Behörde untersagte die Abhaltung von Gottesdiensten. Die Kapelle wurde als Scheune, Stall und Werkstätte genutzt.

Unter ihrem Pfarrer Kling kaufte die Kirchengemeinde 1855 die Kapelle zurück, wurde renoviert und am 29. September 1857 wieder geweiht. Für die zunächst dürftig ausgestattete Kapelle mußten Altäre, Kanzel und die anderen Kultgegenstände neu erworben werden. So schenkte die Paulspfarrei Bruchsal ihren Kreuzaltar von 1792 „der armen St.
Michaelskapelle als abgängiges Holzwerk“. Die Statue des Heiligen Michael stiftete ein Mitglied der Brüdergemeinschaft. 1908 wurde die Kapelle durch den Kauf einer Immakulata (von Joachim Günther, 1720  1789) und einer barocken Kanzel bereichert. Der Kunstmaler Kitschker schuf von 1907 bis 1909 das Deckengemälde.

Zwischen 1865 und 1914 versorgte eine Brüdergemeinschaft die Kapelle und betrieb die Gaststätte. Viel versprach man sich von der Idee der Beuroner Abtei, eine Niederlassung auf dem Michaelsberg zu gründen. Da 1924 aber „unüberwindliche Schwierigkeiten auftraten, bezogen die Benediktinermönche zwei Jahre später das Stift Neuburg bei
Heidelberg.

Eine ernste Gefahr drohte der Kapelle zu Ende des 2. Weltkrieges, als Granaten auf das Anwesen übergingen. Die Flammen hatten bereits das Altarkreuz erreicht, als die gelöscht werden konnten. Die durch Krieg und die schlechten Jahre danach verzögerte Renovierung konnte 1969 bis 1971 nachgeholt werden. Unter anderem wurden die schadhaften
Deckengemälde erneuert, die Wände erhielten einen schlichten, weißen Anstrich. Den Altären und der Kanzel wurde eine ihrer Entstehungszeit entsprechende Fassung gegeben. Anstelle der Stahlglocken von 1919 ruft jetzt ein Bronzegeläut weithin zum Gottesdienst.

Besucher stehen noch heute immer fasziniert nahe der Michaeliskapelle, um von der Bergesspitze einen imposanten Ausblick in die Weite der Rheinebene zu genießen. An schönen Tagen grüßen in der Ferne der Speyerer Dom, die Höhen des Schwarzwaldes und der Vogesen. Und an besonders klaren Tagen ist sogar das Straßburger Münster zu erkennen. Anstelle des Engelhofgutes lädt heute eine Berggaststätte zum Verweilen ein. Von den Gaststuben hat man einen
zauberhaften Blick in die Region und auch der sommerliche Biergarten wird von Besuchern gerne geschätzt, die durch die Weinberge angewandert kamen.

Nach einem Artikel im Konradsblatt, 18.9.1994, J. Lindenfelser

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