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Aus einem Traum wurde historische Wirklichkeit

03.11.10 (Reilingen)

Zweijährige Forschungsarbeiten der „Freunde Reilinger Geschichte“ führen zum Erfolg / Arbeitskreis Burg Wersau bereits viele tausend Stunden im Einsatz / Dank vieler Berufe, Neigungen und Erfahrungen multidisziplinär aufgestellt / Reilinger Geschichte muss teilweise neu geschrieben werden
Was noch vor mehr als zwei Jahren niemand für möglich gehalten hat, ist seit einigen Tagen Wirklichkeit: Die Burg Wersau bei Reilingen ist kein Mythos der Vergangenheit mehr, sondern wieder Realität – zumindest in kleinen Bereichen. Seitdem die offiziellen archäologischen Grabungsarbeiten des Landesdenkmalamtes auf dem früheren Burggelände im Gange sind, vergeht kaum ein Tag, an denen es keine neue Funde gibt. Das Grabungsteam, aber auch die Aktiven der „Freunde Reilinger Geschichte“ sind begeistert, gibt doch die Burganlage, die im Mittelalter zu den größten und bedeutungsvollen Festungen im Rhein-Neckar-Raum zählte, Stück für Stück, besser ausgedrückt, Millimeter für Millimeter ihre Vergangenheit wieder frei. Vor allem für die seit zwei Jahren mit viel zeitlichem Aufwand und großem Engagement wirkenden Mitglieder des Arbeitskreises Burg Wersau wurde seit Grabungsbeginn Mitte September ein Traum wahr: Wurden sie noch vor einem Jahr belächelt und ihr Tun als „Traumtänzerei“ abgetan, stehen die knapp 20 regionalen Heimat- und Burgenfreunde heute mit strahlenden Gesichtern vor den verschiedenen Grabungsbereiche. „Wir waren uns alle sicher, dass wir auf der richtigen Spur waren“, ist AK-Leiter Otmar Geiger stolz auf den unermütlichen Einsatz seiner Mitstreiter. Längst habe man aufgehört, die Stunden im Dienst der Heimatforschung zu zählen. „Bei inzwischen fast einhundert Aktions- und Forschungstage kommen aber schnell 500 und mehr Stunden in den letzten zwei Jahren zusammen.“ Und da seien die Stunden für Archivalien- und Quellenstudium längst nicht mitgezählt. Das sei letztendlich aber auch gar nicht wichtig, freut sich auch der Vorsitzende der „Freunde Reilinger Geschichte“, Philipp Bickle, über das Team, das „gesucht und gefunden“ habe. Dank vielzähliger Berufe habe man die Erforschung der Burg Wersau multidisziplinär angehen können. Ob nun Historiker, Vermessungsingenieur, Architekt, IT-Experte, Chemiker, Lehrer oder Handwerksmeister verschiedener Gewerke, alle würden sich und ihr Wissen in die Forschungsarbeiten mit Einbringen. Von Bedeutung seien aber auch die langjährigen Erfahrungen als Münzsammler, ehrenamtliche Ausgräber und Mitarbeiter der Denkmalschutzbehörden, die einige AK-Mitglieder hätten. „Wir waren und sind so gut aufgestellt, dass wir schnell von den offiziellen Vertretern des Landesdenkmalamtes als Kompetenzteam akzeptiert wurden“, erinnert sich Hella Müller, die ob ihrer langjährigen ehrenamtlichen Erfahrungen als archäologische Grabungshelferin für die „Freunde Reilinger Geschichte“ die vereinsintere Grabungsleitung während den Arbeiten im Bereich der Burg Wersau übernommen hat. „Unsere Stärke ist die Vielfalt, das Können und das unbedingte Wollen“, beantwortet Otmar Geiger immer wieder die Fragen nach dem Erfolg der Gruppe. Alle seien zu Beginn der gemeinsamen „richtig vernarrt“ gewesen, die legendäre Burg Wersau wieder zu finden. Und dank der Unterstützung der Gemeinde Reilingen, die einem geophysikalischen Bodengutachten zugestimmt und es finanziert hatte, könne man sich heute in der ganzen Spargelgemeinde über die Funde und den damit verbundenen Blick in die Vergangenheit und das Leben der Vorfahren vieler Familien in der Spargelgemeinde freuen. „Die Zukunft der Reilinger Geschichte hat erst begonnen, bereits heute müssen Teile der bisherigen Heimatforschung neu bewertet werden.“ Und dafür wolle man sich, so Otmar Geiger, die notwendige Zeit nehmen. Und dies nicht nur für die Erforschung der Burg Wersau, sondern für die gesamte Heimatgeschichte, so Philipp Bickle ergänzend.

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