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Das Gemeindeleben ist wie ein Fußball

09.07.06 (Hockenheim)

Ökumenisches Gemeindefest der christlichen Kirchen auf dem Marktplatz / Vielseitiges Angebot, wenig Besucher / Gemeinsamer Gottesdienst verdeutlicht Stellenwert der Ökumene in der Rennstadt
Ganz im Zeichen der zu Ende gehenden Fußballweltmeisterschaft stand in diesem Jahr das ökumenische Gemeindefest der christlichen Kirchen in Hockenheim. Auf dem Marktplatz erwartete die Besucher quasi zwischen den beiden großen Kirchen ein kleines Festgelände mit einem abwechslungsreichen Angebot an Unterhaltung und feinen kulinarischen Leckereien. Neben einem Auftritt der Variétégruppe von Magic Dreams wurde die Möglichkeit geboten, Jonglierbälle herzustellen oder sich als Fußballnäher und –näherinnen zu betätigen. Dies natürlich unter den fairen Produktionsbedingungen, über die der Weltladen „Arche“ an seinem Stand informierte. Zugleich wurde die Möglichkeit geboten, sich mit dem umfangreichen Angebot von Produkten aus aller Welt, die dort zu fairen Bedingungen hergestellt werden, zu beschäftigen. Und wer sich an diesem schwülen Hochsommertag sogar sportlich betätigen wollte, der konnte sich an einem Streethockey-Turnier beteiligen.
Schließlich wurde über den derzeitigen Stand der geplanten „Ökumenischen Vereinbarung“ informiert, die die gegenseitigen Beziehungen der katholischen, der evangelischen und der evangelisch-methodistischen Gemeinde
auf eine dauerhafte Grundlage stellen soll.
Bedauerlich war am vergangenen Samstag aber, dass trotz des vielseitigen Angebotes die Organisatoren des ökumenischen Gemeindefestes erneut einen Rückgang der Besucher feststellen mussten. So blieben am Nachmittag viele der aufgestellten Bänke leer, was zu Diskussionen über die Zukunft der Traditionsveranstaltung führte. Dass die Zeiten eines Massenandrangs wie einst auf dem DJK-Gelände vorbei sind, war dabei jedermann bewusst, warum aber in diesem Jahr die Plätze in so großer Zahl leer blieben, dürfte nicht nur an der Gewitterstimmung und des mittäglichen Regens gelegen haben.
Zum das Fest abschließenden ökumenischen Gottesdienst füllten sich die Reihen dann doch noch. Bei der Planung des Festes hatte wohl keiner der Verantwortlichen im Vorfeld der Fußball-WM geahnt, wie symbolträchtig dieser Termin sein würde. So zog sich der Fußball wie ein roter Faden durch den Gottesdienst, sogar auf dem Altar lag ein Ball neben Blumen und Kreuz. In ihrem Predigtgespräch schoben sich die Pfarrer Jürgen Grabetz (Georgspfarrei) und Stefan Scholpp (evangelische Kirchengemeinde) sowie der methodistische Pastor Matthias Baumgärtner gegenseitig gekonnt und hörenswert den Ball zu. Dabei stellten sie fest, dass der Fußball wie keine andere Sportart eine Brücke vom Leichten zum Ernsten schlage – und so auch irgendwie hin zu Gott führe. Auch die vorgestellte Symbolik der Ballherstellung ließ aufhorchen. So müssten wie in der Ökumene die Einzelteile miteinander verbunden werden, um auch am Ende einem großen Druck widerstehen zu können. Für die Einheit der Christen bedeute dies, so die drei Theologen, sich am gemeinsamen Glauben an Jesus Christus und an der das Christentum prägenden Nächstenliebe zu orientieren. Der Ökumene-Ball brauche Respekt, Toleranz und Geduld, außerdem müsse darauf geachtet werden, dass die Nähte nicht reißen. Wie beim Fußball gehe es in der gemeinsamen Beziehung der christlichen Kirchen nicht um Gewinnen, sondern um das gemeinsame Spielen. Und das fair und ohne Foul, so die drei Pfarrer abschließend. Zum Läuten der Glocken von beiden Kirchtürmen klang der ökumenische Gottesdienst aus, der von einem Projektchor der Kirchenchöre unter der Leitung von Malgorzata Buchholz und Dieter Klee am Keyboard musikalisch umrahmt wurde.
Auch wenn nicht sehr viele Besucher den Weg zum ökumenischen Gemeindefest gefunden hatten, machte aber der gemeinsame Gottesdienst doch deutlich und ließ spüren, wie wichtig, aber auch wie gewachsen und lebendig inzwischen die Ökumene in Hockenheim ist.

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