Kurpfalz Regional Archiv

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* Heimatfreunde das ganze Jahr über gefordert

16.03.09 (Reilingen)

„Freunde Reilinger Geschichte e.V.“ hatten Generalversammlung / Nach über 25 Jahren als Vorsitzender gibt Philipp Bickle für 2011 seinen Rücktritt bekannt / Museum muss dringend saniert werden
Die Reilinger Orts- und Heimatgeschichte war wohl noch nie einem so großen Wandel unterworfen wie in dieser Zeit. So richtig deutlich wurde dies während der Generalversammlung der „Freunde Reilinger Geschichte e.V.“, die dieser Tage im ehemaligen Tanzsaal des historischen Wirtshauses „Zum Löwen“ stattfand. „Wir müssen unsere Dorfchronik zwar nicht neu schreiben, aber teilweise doch wichtige Änderungen und Ergänzungen vornehmen“, machte Philipp Bickle den vielen Anwesenden deutlich. Vor allem die jüngsten Forschungsergebnisse für den Bereich der Burg Wersau würden ein ganz neues, ja unerwartetes Licht auf die Geschichte der Gemeinde Reilingen werfen. Seien Generationen von Heimatforscher noch davon ausgegangen, einst eine kleine, unscheinbare Burg vor den Toren des kleinen Dörfleins an der unteren Kraich gehabt zu haben, wisse man seit gut einem Jahr, dass dies wohl ein historischer Irrtum gewesen sei. „Die Burg Wersau war nicht nur flächenmäßig viel größer als je angenommen, sondern hatte auch in der regionalen Geschichte eine viel wichtigere Bedeutung.“ Diese neuen Erkenntnisse und Forschungsergebnisse seien auch für die Gemeinde Reilingen eine besondere Herausforderung, betonte Bürgermeister Walter Klein. Man habe diese außergewöhnliche Bedeutung inzwischen als Chance für die Spargelgemeinde erkannt. Lösungsansätze und Denkanstöße als Entscheidungshilfe für den Gemeinderat stellte Heimatforscher Otmar Geiger als Sprecher des Arbeitskreises Burg Wersau der Versammlung vor. Und während der Heidelberger Architekt H. Habicht seine Resultate einer Geländebegehung im Bereich der Burg Wersau mit der Wünschelrute vorstellte, die auffallend mit den geophysikalischen Messungen übereinstimmten, berichtete Manfred Gegner (Ketsch) als ehrenamtlicher Mitarbeiter des Landesdenkmalamtes von zahlreichen historisch und archäologisch interessanten Oberflächenfunde aus dem Umfeld der ehemaligen Burgenanlage.
Im Verlauf der Generalversammlung wurde aber auch deutlich, dass die Aktiven des Heimatvereins das ganze Jahr über auch von anderen Aufgaben richtig gefordert werden. So werden nicht nur die unterschiedlichsten Forschungsarbeiten vorgenommen, sondern auch die Vergangenheit von Reilingen anschaulich erhalten. Wie Museumsleiterin Hildegard Bickle berichtete, sei das Besucherinteresse auch im vergangenen Jahr wieder groß gewesen. Schulklassen kämen ebenso gerne wie Vereine oder Hochzeitsgesellschaften, Einzelbesucher würden speziell an den öffentlichen Museumssonntagen in den „Löwen“ kommen. Was sich sonst noch so alles bei den „Freunden Reilinger Geschichte“ tut, hatte Schriftführer Christian Bickle zusammengestellt. So wurden im vergangenen Jahr nicht nur wieder der große Ostermarkt und der Sommertagszug organisert, sondern auch zu zahlreichen Veranstaltungen und Ausstellungsbesuche eingeladen. Und wie dem Bericht zu entnehmen war, gehörte das „Kochen wie zu Urgroßmutters Zeiten“ einmal mehr mit zu den beliebtesten Veranstaltungen im Reilinger Heimatmuseum.
Siegfried Heim, Ehrenvorsitzender der Kultur- und Sportgemeinschaft, dankte allen Vorstandsmitgliedern und Aktiven für die geleistete Arbeit und das Engagement um die Pflege der Heimatgeschichte. In gewohnter Routine nahm er dann auch die Wahlen zum Vorstand vor. Philipp Bickle, der nach über 25-jährigem Vorsitz für 2011 sein Ausscheiden aus dem Amt des Vorsitzenden bekannt gab, wurde noch einmal einstimmig in seiner Funktion bestätigt. Das Vertrauen der Mitglieder genießen aber auch Uwe Keim als zweiter Vorsitzender, Hildegard Bickle (Museumsleiterin), Sigrid Müller (Kassiererin) und der Schriftführer Christian Bickle. Wiedergewählt wurden aber auch Walter Astor, Hildegard Freidel, Otmar Geiger, Ingrid Krämer, Ludwig Schell und Erich Walter. Außerdem gehören Bürgermeister Walter Klein und der Ehrenmuseumsleiter Bernhard Römpert dem Vorstand der „Freunde Reilinger Geschichte“ an.
Nach den Neuwahlen stellte der BUND-Vorsitzende Dieter Rösch den Anwesenden die „Kisselwiesen“ als alte Kulturlandschaft vor. Um möglichst vielen Heimat- und Naturfreunden diese Wiesenlandschaft mit vielen Raritäten an Flora und Fauna vorzustellen, wird es am Sonntag, 13. September, eine besondere Exkursion mit dem Thema „Die Kisselwiesen um Wersau“ geben.
Am Ende der Generalversammlung sensibilisierte Philipp Bickle die Anwesenden, sich zukünftig noch intensiver für das Heimatmuseum zu engagieren. So müssten dringend trockene Lagerplätze für Museumsgegenstände, Bücher und Archivalien geschaffen werden. Außerdem seien dringende Arbeitseinsätze notwendig, um nach 30 Jahren des Bestehens inzwischen immer öfters auftretende Bauschäden zu beseitigen. „Auch hier stehen wir gemeinsam mit der Gemeinde Reilingen vor großen technischen und finanziellen Herausforderungen.“  (og)

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