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* Mit weichen Massnahmen gegen harte Verkehrssünder

26.07.07 (Altlußheim)

Altlußheimer Gemeinderat beschließt weitere Verkehrsberuhigungsmaßnahmen im Bereich der Albert-Schweitzer-Schule / 99 Prozent aller Verkehrsteilnehmer schneller als die erlaubten 7 km/h / Bürgermeister Hartmut Beck erläutert und relativiert die Messergebnisse
Nicht zufrieden mit der Verkehrssituation im Bereich der Albert-Schweitzer-Schule ist man im Altlußheimer Gemeinderat. Sowohl die Freien Wähler als auch die SPD-Fraktion hatten bereits vor einiger Zeit entsprechende Anträge gestellt, Maßnahmen zur weiteren Verkehrsberuhigung in der Mühlstraße (im Bereich der Schule) zu finden. Um genaueres Zahlenmaterial zu erhalten, wurden seit Mitte Mai über Wochen hinweg Geschwindigkeitsmessungen mit dem gemeindeeigenen Messgerät durchgeführt. In diesem Zeitraum wurde in dem als „Spielstraße“ ausgewiesenen Bereich vor der Schule über 5.000 Fahrzeuge gemessen. Das Ergebnis war überraschend: In über 99 Prozent der Fälle wurde zu schnell gefahren.Dieser Wert wurde von Bürgermeister Hartmut Beck während der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend aber sofort relativiert: „Die zugelassene Fahrtgeschwindigkeit in einer Spielstraße beträgt für alle Kraftfahrzeuge 7 km/h.“ Gemessen und registriert würden aber auch alle Fahrradfahrer, die diesen Bereich passieren würden. Und die seien auch meist viel schneller als die erlaubte Geschwindigkeit. Da ein Herausfiltern dieser Messungen nicht möglich sei, müsse dies bei der Interpretation der Messergebnisse berücksichtigt werden.
Sicher ist aber, dass die für alle Verkehrsteilnehmer ermittelte Durchschnittsgeschwindigkeit bei 15,8 km/h liege. Zudem würden, so Beck weiter, immerhin 85 Prozent aller Fahrzeuge langsamer oder maximal 22 km/h fahren. „Dies ist ein Geschwindigkeitsbereich, der von Autofahrern gerade noch auf der Tachoscheibe abgelesen werden kann.“ Positiv zu werden sei, dass nur sechs Fahrzeuge im Messzeitraum schneller als 40 km/h gefahren seien. „Rekordhalter“ sei in diesem Bereich der Mühlstraße ein Verkehrsteilnehmer, mit 49 km/h gemessen worden sei. Am unteren Ende der Skala seien aber auch 1012 Fahrzeuge registriert worden, die gemeinsam eine Durchschnittsgeschwindigkeit von gerade Mal 8,7 km/h gehabt hätten. Ob diese Messungen aber nun von Fußgänger, Radfahrer oder Autos stammen lasse sich nicht unterscheiden. Festgestellt wurde aber auch, dass die größten Messdichten aus den Zeiten stammen, die mit den Bring- und Abholzeiten von Schulkindern zusammenfallen.
Um mit „weichen Maßnahmen“ die Verkehrsteilnehmer positiv zu noch langsameren Fahren zu beeinflussen, schlug das Gemeindeoberhaupt vor, es zunächst mit dem Aufstellen von Blumenkübeln zu versuchen. Demgegenüber forderte die SPD-Fraktion die dauerhafte Montage von Tellern oder Kissen, um zu einer deutlichen Geschwindigkeitsreduzierung zu kommen. Und da die CDU-Gemeinderäte im Aufstellen von Blumenkübeln eine Gefährdung der möglicherweise dahinter hervortretenden Kinder sahen, plädierten sie für das permanente Einrichten einer Geschwindigkeitsmessanlage. „Um jedem Verkehrsteilnehmer seine aktuelle Geschwindigkeit deutlich vor Auge zu führen“, so CDU-Sprecher Kay Schweikert.
Nach längerer Diskussion sprach sich der Altlußheimer Gemeinderat schließlich doch mit deutlicher Mehrheit dafür aus, es zunächst mit niedrigen Pflanzen bestückten Blumenkübeln zu versuchen. Außerdem werden die Geschwindigkeitsmessungen fortgesetzt, um den Erfolg oder Misserfolg der getroffenen Verkehrsberuhigungsmaßnahmen festzustellen. (og)

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