VERANSTALTUNGS-TIPP

 


MUSEEN DER KURPFALZ

Kurpfälzisches Museum
Heidelberg

Reiss-Engelhorn-Museen
Mannheim

Historisches Museum
Speyer

Neben diesen drei Museen, die sich intensiv mit der Geschichte der Kurpfalz beschäftigen, gibt es noch viele lokale Heimat- und Regionalmuseen, deren Besuch sich auch lohnt, hier aber leider nicht namentlich erwähnt werden können!

UNSER BÜCHER-TIPP

Reisen in die Geschichte

Als Deutschland noch nicht das Deutschland von heute war: eine Lesefazination der besonderen Art. Wer mit Bruno Preisendörfer "unter-
wegs" ist, erlebt Geschichte pur, der Autor nimmt den Leser mit auf eine spannen-
de Reise in ein "teutsches Land", das noch nicht Deutschland war.

"Reise in die Lutherzeit"

"Reise in die Goethezeit"
Galiani Verlag Berlin

Unsere Empfehlung:
Unbedingt lesenswert!


Artikel-Schlagworte: „Wein“

Renaissance der alten Reben

uropa_im_weinbergAuf der Suche nach historischen Rebsorten

Auf den Karten der Pfälzer Weingüter stehen meist die gängigen Sorten: Riesling natürlich, Burgunder, Dornfelder, bisweilen auch Muskateller oder St. Laurent. Doch die Vielfalt der Rebsorten ist weit größer als das, was sich heute auf Weinkarten oder in den Weinbergen findet. Denn neben den Sorten im Anbau – in der Pfalz beispielsweise sind 121 Sorten offiziell zugelassen – gibt es eine Fülle historischer Rebsorten. Diesen Beitrag weiterlesen »

Ohm- oder Ungeld wurde zur Getränkesteuer

Ein Wirt musste den Wein, den er ausschenkte, prüfen lassen

Der in Wiesloch 1497 bestehende Wein- und Fruchtzehnt eine zehntrechtliche Abgabe, die sich vom Ohm- oder Ungeld dadurch unterschied, dass erstere eine direkte Steuer war, die von der Herrschaft gefordert wurde, während letztere in den Wirtschaften im Verhältnis 2:1 für Obrigkeit und Gemeinde üblich war. Diesen Beitrag weiterlesen »

Nur der „Pfaffenwein“ war von der Steuer ausgenommen

Wer im Hockenheimer Rathaus das Stadtarchiv aufsuchen möchte, muss erst einmal in den Keller hinab steigen. Dort liegen, verglichen mit den umliegenden Städten zwar nicht viele Urkunden oder Dokumente aus den Jahrhunderten vom Mittelalter bis zur Neuzeit, aber ein Blick hinein in die historischen Zeitzeugnisse lohnt sich dennoch doch. Interessant, aber für die Menschen von heute auch amüsant, sind die aufbewahrten „Policeyordnungen“. Diesen Beitrag weiterlesen »

Der Eremit mit dem falschen Wanderstab

Schon manchem Wanderer ist in einem Weinberg auf der Forster Gemarkung „Kirchenstück“ ein hübscher barocker Bildstock aufgefallen. Wer sich damit beschäftigt hat, kommt unumwunden mit dem Heiligen Cyriakus in Kontakt. Er gilt als einer der wichtigsten Weinheiligen der Pfalz. Traditionell bringen ihm am 8. August die Weinbauern der Pfalz während einer Wallfahrt zur Stätte seines Wirkens, der Cyriakuskapelle bei Lindenberg, die ersten reifen Trauben zum Opfer dar. Schon die römischen Winzer opferten ihre ersten reifen Trauben dem Weingott Bacchus. Heute gehen die Volkskundler davon aus, daß die frühen christlichen Winzer der gallo-romanischen Pfalz diese Tradition fortsetzten und ihren Heiligen opferten.

Immerhin ist Speyer seit der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts ständig der Sitz eines Bischofs. Cyriakus lebte, so die Legende, als Einsiedler in der Nähe der erwähnten Kapelle. Sie ersetzte ab 1550 im Halsgraben der zerstörten Lindenburg einen älteren Vorgängerbau. Die Überlieferung berichtet, daß das Glöckchen der älteren Kapelle von Cyriakus stets solange geputzt wurde, bis es silbern glänzte. Und zum Dank habe es dann regelmäßig von alleine geläutet, wenn der Einsiedler von seinen weiten Wanderungen zurückkehrte. Die Pfälzer Winzer und Bauern liebten und verehrten den Mann sehr. Er fand überall offene Tore, Hände und Herzen. Er war schließlich auch eine besondere Gestalt in seiner verwitterten Kutte mit seinem langen silbernen Bart und seiner im Mondlicht glänzenden Glatze.

Am meisten soll es ihn nach Deidesheim gezogen haben, wo die alte Verbindung nach Lambrecht zutage tritt, die über die Waldweiderechte der Talgemeinde und den jährlich dafür fälligen Tributbock bestand. Die Legende berichtet weiter, daß Cyriakus auf dem Heimweg von einer langen Wanderung eine Einkehr suchte. Seine Beine waren so müde, daß er einen Wanderstab benutzte. Nachdem er am Ende eines Weinberges unterhalb des Wachenheimer Schloßberges bei der Wachtenburg etwas geruht hatte, nahm er nach dem Aufstehen noch etwas verschlafen vom Kammert-Wingert einen Lännerichbalken fort, der mit Weidenruten an die Stiffel gebunden war. Ganz in der Meinung, sich wieder auf seinen Wanderstock zu stützen, nahte er sich dem Wachenheimer Südtor, der Kirchpforte. Verdutzt blieb er stehen, denn das Tor tat sich nicht wie gewohnt von alleine auf. Er konnte rufen, klopfen, schreien, das gewaltige Tor blieb verschlossen.

Da kam, hundemüde, verschwitzt und staubbedeckt, den breiten Karst mit dem leeren Krug geschultert, ein alter Wachenheimer Winzer aus dem Feld heim. Der alten Überlieferung nach hatte der gute Mann nach getanem Tagwerk „Dorscht, Hunger, Schloof und einen Ekel vor de Erwet“.Er erblickte den heiligen Mann, der vergeblich versuchte, in die Stadt zu gelangen. Der Winzer war zugleich hellwach und seine Augen verzogen sich zu einem verschmitzten Lächeln. Woher er denn den Wingertsbalken habe, den er als Wanderstecken benutzte? Und da fiel es Cyriakus wie Schuppen von den Augen: Entwendet hatte er ihn, abgerissen vom Kammert-Wingert eines Winzers, zu dessen Schaden und zum Schaden des Weines.

Ohne auf seine Müdigkeit zu achten, ging der Eremit zurück an den Ort seiner Missetat und band den Balken wieder sorgfältig dort an, wo er ihn im Halbschlaf weggerissen hatte. Schnell waren die biegsamen Weidenruten, die er geschnitten hatte, wieder geknüpft und fast der alte Zustand wieder hergestellt. Cyriakus schleppte sich zurück an die Kirchpforte, die sofort aufsprang, als er wie immer noch fast hundert Schritte davor entfernt war. Wenn Heilige etwas wünschen, so ahnen sie den göttlichen Willen.

Der Heimatdichter Leopold Reitz beschrieb 1937 diese Szene des Heiligen Cyriakus folgendermaßen: „Ich möchte an einem schönen Herbsttag sterben. Gegen Abend, wenn der himmlische Weinherr seinen Knecht mit der Hippe in die Lese schickt. Dann will ich ihm mit Heiterkeit und Milde mein Herz hinhalten wie eine goldene Traube. Dann wird ein Bauer vorüberkommen, sein Käppchen abnehmen und sagen: Schade, er hat uns viel geholfen.“ Die Legende wird auf dem besagten Bildstock wieder lebendig. Betrachtet man die Steintafeln näher, sieht man unten rechts den Heiligen Cyriakus, der sich müde ausruht. Links entdeckt man den Kammert-Wingert, oben links wartet der Einsiedler auf Einlaß in die Stadt und rechts oben ist die alte Cyriakus-Kapelle aus dem 13. Jahrhundert oberhalb von Lindenberg zu erkennen. Der Bildstock dokumentiert aber zugleich auch den Erwerb eines Weinberges in der Lage „Kirchenstück“ durch Wilhelm Spindler im Jahre 1656.

Sowohl der Bildstock als auch die Kaufurkunde sind noch im Familienbesitz des noch heute bestehenden Weingutes. Was aber macht das „Forster Kirchenstück“ zu einem solch wertvollen und geschichtsträchtigen Weinberg? In alten Dokumenten ist zu lesen, daß er der wohl einzigste Wingert der Welt ist, an dem ein ganzes Regiment Soldaten im Parademarsch vorbeidefilierte. Dies geschah 1652, als das Königreich Spanien seine Besatzung nach Ende des Dreißigjährigen Krieges aus Frankenthal abzog. Unter dem Kommando des Oberst Julio Antonio Frangipani, er war ein Liebhaber der Weine vom „Forster Kirchenstück“, geschah dann das Unglaubliche: Die 800 Mann der Fußtruppen präsentierten ihre Musketen, 200 Reiter zogen die Säbel blank. Frangipani ließ sein Pferd niederknien und salutierte selbst mit dem Degen. Und dann erst der Vorbeimarsch der Spanier – das ist wiederum eine andere Legende der Kurpfälzer Geschichte(n).

Das Leben der Vorfahren wird wieder lebendig

Winzermuseum der Weinstadt Rauenberg

Bereits beim Betreten des Winzermuseums im Landfried’schen Anwesen, dem früheren Schloß, in Rauenberg wird der Besucher mit einem Blick auf ein über einhundert Jahre alte Turmuhrwerk an den Lauf der Geschichte erinnert. Das ständige Ticken läßt spüren, wie schnell doch die Zeit vergeht. Und es ist aber gerade die Vergangenheit, die bei einem Gang durch das Museum wieder lebendig wird. Diesen Beitrag weiterlesen »

Von Spargeln und anderen Küchengeheimnissen

Jetzt ist es wieder soweit und die Liebhaber des königlichen Gemüses können aufatmen: Die erntefrischen Spargel der Saison 1997 sind überall in den Gemeinden entlang der Badischen Spargelstraße und darüber hinaus erhältlich. Wer weiß, wie die Geschichte verlaufen wäre, wenn nicht der kunstsinnige und trinkfreudige Kurfürst Carl Theodor von der Pfalz nicht schon 1720 den Spargel im Hofgarten seiner Schwetzinger Sommerresidenz hätte anpflanzen lassen. Diesen Beitrag weiterlesen »

Den ältesten Weinberg gab es in Speyer

Als im Winter 1766 der Rhein fest zugefroren war, bauten Speyerer Holzküfer am 17. Januar ein wunderschönes Holzfaß mit einem herrlich geschmückten Boden für Kurfürst Carl Theodor. Das 5000-Liter-Faß ist heute noch im Weinmuseum der Domstadt zu sehen. Man folgte dabei einem alten Brauch, wonach die Küferzünfte in an Flüssen gelegenen Städten bei starker Eisdecke ein Faß auf dem Gewässer binden. Die Besonderheit und Gefährlichkeit des Unternehmens bestand darin, daß auf dem Eis ein Feuer entfacht und unterhalten werden mußte. Die Feuerstelle bekam dafür eine feste Unterlage, damit das Eis nicht schmolz . . .

Das älteste und größte Riesenfaß, das in der Pfalz existiert, war das des Fürstbischofs von Speyer in seinem Keller auf der Kestenburg bei Hambach. Es soll 100 Fuder gefaßt haben und wird zumeist in Zusammenhang mit dem Bauernsturm 1525 erwähnt. Es war gefüllt, als das Heer der aufrührerischen Bauern die Burg erstürmte und plünderte. Es soll damals geleert und anschließend zerstört worden sein. Als böses Vorzeichen galt es einst, wenn sich ein Reifen vom Weinfaß löste, dann war nach dem festen Glauben unserer Vorfahren ein Todesfall zu befürchten.

Vom Landesamt für Denkmalpflege wurden 1978/79 im Süden Speyers Ausgrabungen durchgeführt. Dabei fielen immer wieder schmale Gräbchen von 30 bis 35 Zentimeter Breite auf, die in den Kiesboden eingetieft waren und sich als dunkle Verfärbungsspuren im hellen Kies gut sichtbar abhoben. Sie fügten sich zu einem rechtwinklig angelegten System von 60 Meter Länge und 50 Meter Breite zusammen, was zu dem Schluß führte, daß es sich hier um eine antike Weinbergsanlage aus der Zeit zwischen 100 und 200 nach Christus handelt.

Somit hat das pfälzische Speyer den ersten sicher datierten und damit ältesten Weinberg in Deutschland vorzuweisen, zugleich aber auch den ältesten Weinfund in Europa: Im Jahr 1867 entdeckte man etwa 700 Meter westlich des antiken Weinbergs in einem Steinsarg des 4. Jahrhunderts eine Glasflasche mit flüssig erhaltenem Wein. Er hat rund 1.700 Jahre unter einer verharzten Schutzschicht Olivenöl luftdicht überstanden und kann im Weinmuseum des Historischen Museums der Pfalz in Speyer bestaunt werden.

Aus: Tagespost Speyer, 1992, Gerlinde Bosl

Bereiche/Themen
ZEITLICHE RECHERCHE
error:

Bitte drucken Sie diese Webseite nicht

Unnötiges Drucken verursacht nicht nur unnötige Kosten für Papier und Tinte/Toner. Produktion und Transport dieser Verbrauchsmaterialien hat auch negative Auswirkungen auf die Umwelt. Jede nicht ausgedruckte Webseite hilft die Papierverschwendung zu reduzieren und damit die Umwelt zu entlasten.

Benutzen sie statt dessen bitte den PDF-Download auf der Seite, die Sie drucken wollten.

Powered by "Unprintable Blog" für Wordpress - www.greencp.de