Kurpfalz Regional Archiv

Geschichte(n) und Brauchtum aus der (Kur-)Pfalz

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Wo Mannheims grüne Lunge atmet

23.09.96 (Städte & Gemeinden)

Blicken wir einmal zurück: Im Jahre 1975 empfing der Mannheimer
Luisenpark mit wehenden Fahnen und einem in allen Farben
leuchtenden Blumen und Grünflächenteppich hunderttausende
Besucher aus ganz Deutschland. Die Bundesgartenschau hatte in
Mannheim Station gemacht und den beiden großen Stadtparks, dem
Luisen und Herzogenriedpark, neue Gesichter gegeben.

Über ein weitverzweigtes Wegenetz von über zehn Kilometern Länge
konnte man allein den Luisenpark mit seinen farbenfrohen
Blütenvielfalt erwandern. Wer aber Angst davor hatte, im rund 41
Hektar großen Park verloren zu gehen, der konnte einem Rundweg
folgen. Vorbei an einem herrlichen Baumbestand mit über 3.000
Exemplaren kam man nach einiger Zeit zu einem munter
plätschernden Gebirgsbach, der irgendwann später in den
Kutzerweiher mündete.

Wer durch den Eingang an der TheodorHeussAnlage den Park
betreten hatte, kam zunächst durch ein Staudental mit seltenen
Gehölzen, immergrünen Farnen, Gräsern und blühenden Sträuchern
zum Burgspielplatz. Hier finden sich auch noch heute immer wieder
Kinder zum Ritterspiel ein oder erfreuen sich an der rasenden
Abfahrt in der Wendelrutsche vom Burgturm.

Der Luisenpark ist eine Attraktion für die ganze Kurpfalz
geblieben und zählt heute zu den schönsten innerstädtischen
Parkanlagen in ganz Europa. Heute wie damals gehören die
Seerosenterrassen mit zu den sommerlichen Höhepunkten im Park.
Auf 2.000 Quadratmetern Fläche finden sich Seerosen in vielen
Farben und Sorten. In diesem bezaubernden Umfeld fühlen sich auch
die eleganten ChileFlamingos wohl.

Von den Seerosenterrassen aus erreicht man das Pflanzenschauhaus,
seit 1958, dem Jahr seiner Eröffnung, einer der attraktivsten
Anziehungspunkte des Parks. Unübersehbar breitet sich hier die
üppige Flora und Fauna der Subtropen und Tropen aus: Über 350
Pflanzenarten, 50 Reptilien und rund 350 Fischarten aus aller
Welt präsentieren sich in einer schier berauschenden Vielfalt.

Die Seebühne am Kutzerweiher ist im Sommer Schauplatz zahlreicher
Veranstaltungen. Musik, Ballett und Theatergruppen, Sänger und
Sportler finden sich auf der Bühne über dem Wasser ein. Der
Kutzerweiher selbst entstand in den zwanziger Jahren und wurde
zur Bundesgartenschau 1975 erweitert. Über den Uferweg gelangt
man zum Fernmeldeturm. Vom Drehrestaurant in 125 Meter Höhe oder
der darunter liegenden Aussichtsplattform bietet sich dem
Besucher ein Rundblick über die Rheinebene bis hin zum Pfälzer
Wald und Odenwald.

Die nächste Station auf unserem Rundgang läßt immer wieder die
Herzen der Kinder höher schlagen: Der Wasserspielplatz mit
Pumpen, Wasserrädern und anderen Spielgeräten lädt zum Planschen
und Matschen ein. Die ältere Generation zieht es dagegen zum
Seerestaurant mit einer vorgelagerten Seeterrasse und einer
idyllischen Uferterrasse. Von hier aus führt der Weg durch eine
Brunnenlandschaft wieder hin zum Gebirgsbach, der zwischen
Geröll, Kieseln und Findlingen aus dem Odenwald seinen Weg zum
Kutzerweiher sucht.

Über den Aussichtshügel, dem höchsten Punkt im Luisenpark,
erreicht der Wanderer die Rosenpromenade und schließlich die
Spiel und Freizeitwiese  ein Paradies für Kinder und eine Oase
der Erholung für den streßgeplagten Städter. Nach einem kurzen
Fußmarsch steht man den Tieren des Bauernhofes gegenüber. Die
Begegnung mit den Pferden, Kühen, Schweinen, Hühnern und Gänsen
wird dabei für alt und jung zu einem Erlebnis der besonderen Art
 und dies inmitten einer großen Industriestadt.

Vorbei am Freizeithaus mit seinem Spielbereich und Grillplatz
kommt man zur Festhalle „Baumhain“, wo der Rundweg schließlich
endet. Wem es jedoch zu beschwerlich ist, die über fünf
Kilometer auf Schusters Rappen zurückzulegen, dem bietet sich
eine bequeme Alternative an: Er steigt in eine der Gondolettas
und läßt die Sehenswürdigkeiten, lauschige Eckchen und die
beruhigende Natur der Parklandschaft an sich vorüberziehen.

Egal, ob man den Luisenpark, der übrigens 1896 zu Ehren der
Großherzogin Luise von Baden eröffnet wurde, zu Fuß durchstreift
oder auf dem ruhigen Gewässer leicht dahingleitend auf sich
wirken läßt: die Parkanlage ist es wert, immer wieder entdeckt zu
werden  auch viele Jahre nach der Bundesgartenschau in der
Quadratestadt.

Quelle: unbekannt

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