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Zusätzliche Gebührenbelastung von rund 38 Euro

16.10.06 (Reilingen)

Gemeinderat beschließt einstimmig Erhöhung der Abwassergebühren / Wassergebühren bleiben mit 0,87 Euro auch im vierten Jahr konstant
Die Reilinger werden mit Beginn des Jahres 2007 bei den Abwassergebühren tiefer in die Tasche greifen müssen. Der Gemeinderat beschloss am Montagabend während seiner öffentlichen Sitzung im Bürgersaal des Rathauses einstimmig, die Gebühren von bisher 1,65 Euro pro Kubikmeter Abwasser auf zukünftig 1,85 Euro anzuheben. Für einen Haushalt mit einem durchschnittlichen Abwasseranfall von etwa 200 Kubikmeter im Jahr bedeutet dies eine zusätzliche Gebührenbelastung von rund 38 Euro. Bürgermeister Walter Klein begründete die Erhöhung der Abwassergebühr mit der anzustrebenden Kostendeckung. Eine aktuelle Kalkulation der entstehenden Kosten habe die Notwendigkeit einer Gebührenangleichung ergeben. Zugleich erinnerte das Gemeindeoberhaupt aber daran, dass der Gemeinderat im Oktober 2004 die Abwassergebühr für die Jahre 2005/2006 von 1,79 Euro auf 1,65 Euro je Kubikmeter reduziert habe. Bereits damals sei man sich am Ratstisch aber im Klaren gewesen, dass dieser günstige Beitrag auf längere Zeit nicht zu halten sein würde. „Wir wollten damals aber die guten Ergebnisse bei der Abwasserbeseitigung direkt an unsere Bürger weitergeben“, betonte Walter Klein. Berücksichtige man, dass die Abwassergebühr damals schon bei 1,79 Euro je Kubikmeter gelegen habe, falle die aktuelle Anpassung an die Abwassergebührenkalkulation gar nicht so hoch aus. Der Bürgermeister wies auch darauf hin, dass im Rhein-Neckar-Kreis der durchschnittliche Abwasserpreis bei 2,41 Euro liegen würde. Und auch Hockenheim liege mit 1,95 Euro noch über dem Reilinger Wert – obwohl man gemeinsam die gleiche Kläranlage benutzen würde. Reilingen nehme damit im Kreisgebiet einen 14. Platz unter den 50 Städten und Gemeinden ein.
Den im Reilinger Gemeinderat vertretenen Fraktionen waren übereinstimmend „nicht glücklich“, gerade in dieser Zeit weiter an der Gebührenschraube drehen zu müssen. Dennoch nannte Friedrich Feth (Freie Wähler) die zeitnahe Gebührenanpassung den richtigen Weg, um große Sprünge bei den Abgaben und Gebühren vermeiden zu können. Realistisch betrachtet könne man daher von einer notwendigen, aber ausgewogenen Gebührenerhöhung sprechen. Zugleich mache die getroffene Entscheidung die soziale Verantwortung des Gemeinderates deutlich. Auch für den CDU-Fraktionssprecher Klaus Benetti war die Gebührenerhöhung gegenüber den Reilinger Bürgern vertretbar. Die vom Gemeindekämmerer Ulrich Landwehr genannten Gründe seien nachvollziehbar und würden die aktuelle Situation widerspiegeln. FDP-Sprecher Jens Pflaum erinnerte daran, dass auch eine Gemeinde wie Reilingen kostendeckend arbeiten müsse. Eine Erhöhung der Abwassergebühren falle mit Sicherheit nicht leicht, diene durch das zeitnahe Handeln letztendlich aber auch der Gebührensicherheit der Bürger. Dieter Rösch stellte schließlich für die Sozialdemokraten am Ratstisch fest, dass man keine andere Wahl habe, als die Gebühren anzuheben. Man dürfe aber nicht vergessen, dass man stets das Wohl der Mitbürger im Auge habe. So habe man die Beiträge auch zu einem Zeitpunkt gesenkt, als bereits abzusehen gewesen sei, dass dieser Satz nicht lange gehalten werden könne. Jetzt bleibe einem nur noch der Trost, dass Reilingen ob des besten Wassers in der Region sicher auch das beste Abwasser haben dürfte – auch wenn sich dies nicht in Euro und Cent bezahlbar mache.
Es gibt aber auch Positives aus der Spargelgemeinde zu berichten: Die dem Gemeinderat von Bürgermeister Klein vorgelegte Verbrauchsgebührenkalkulation kommt nämlich zu dem Ergebnis, dass die Wassergebühren für die kommenden zwei Jahren nicht erhöht werden müssen. Damit setzt sich der seit 2004 andauernde positive Trend fort. Für die Reilinger bedeutet dies, dass sie unverändert nur 0,87 Euro pro Kubikmeter Frischwasser zahlen müssen. Der Durchschnittspreis im Rhein-Neckar-Kreis liegt hier mit 1,46 Euro deutlich höher.

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