VERANSTALTUNGS-TIPP

 


MUSEEN DER KURPFALZ

Kurpfälzisches Museum
Heidelberg

Reiss-Engelhorn-Museen
Mannheim

Historisches Museum
Speyer

Neben diesen drei Museen, die sich intensiv mit der Geschichte der Kurpfalz beschäftigen, gibt es noch viele lokale Heimat- und Regionalmuseen, deren Besuch sich auch lohnt, hier aber leider nicht namentlich erwähnt werden können!

UNSER BÜCHER-TIPP

Reisen in die Geschichte

Als Deutschland noch nicht das Deutschland von heute war: eine Lesefazination der besonderen Art. Wer mit Bruno Preisendörfer "unter-
wegs" ist, erlebt Geschichte pur, der Autor nimmt den Leser mit auf eine spannen-
de Reise in ein "teutsches Land", das noch nicht Deutschland war.

"Reise in die Lutherzeit"

"Reise in die Goethezeit"
Galiani Verlag Berlin

Unsere Empfehlung:
Unbedingt lesenswert!


Artikel-Schlagworte: „Juden“

„Wir sind alle ruhig und stolz!“

auswanderer1932Aus dem Tagebuch von Miriam Sondheimer

Wir haben die Auswanderung nach allen möglichen und unmöglichen Ländern betrieben. Es war fast alles Schwindel. Unsere Amerikanummer 19 823 hatte noch lange keine Aussicht, dran zu kommen. (…) Und dann kommt der 22. Oktober 1940. Wir sind noch im Bett. Nur Mutti ist auf. Es ist halb acht Uhr. Plötzlich höre ich unbekannte Männerstimmen bei uns im Flur und dann verstehe ich, was sie vorlesen: “Sie haben innerhalb einer Stunde am Bahnhof zu sein. Pro Person sind 50 Kilo Gepäck erlaubt. Verpflegung für 4 Tage.” Diesen Beitrag weiterlesen »

Auf dem Weg nach Gurs

Deportation kurpfälzischer Juden / Tagebuchaufzeichnungen

Den 22. Oktober 1940 werde ich nie vergessen. In aller Frühe bekam ich schon telefonische Anrufe von Mannheim durch jüdische Freunde: „Wir werden alle abtransportiert nach den Pyrenäen.“ Das Herz stand mir fast still. Dann erwachte gleich die Frage: Was tun? Sehr schnell konnte ich schon feststellen, daß an dem Befehl nichts mehr zu ändern war. Ich telegrafierte an Probst Grüber in Berlin, meinem Mitkämpfer und Freund, ob er in Berlin etwas erreichen könne. Diesen Beitrag weiterlesen »

Der Silberschatz von Lingenfeld

1969 fanden Bauern in Lingenfeld nahe der alten Straße von Speyer nach Germersheim einen Silberschatz, der angeblich in einem irdenen Topf im Erdreich vergraben war. Zu dem Schatz gehörten silberne Gefäße, Silbermünzen und Schmuckstücke. Aus unbegründeter Sorge, den Schatz ohne Belohnung an die Behörden abliefern zu müssen, meldeten die Finder den Fund nicht, sondern verkauften ihn weit unter Wert an Privatleute oder an den Kunsthandel.

Zum Glück blieb jedoch ein großer Teil des Schatzes in Speyer und Umgebung. Etwa 95% des Schatzfundes konnte rekonstruiert werden. Demnach bestand der Schatzfund aus sechs teilvergoldeten Silbergefäßen, die mit über 2369 Silbermünzen und darüber hinaus mit ganzen und zerbrochenen Schmuckstücken angefüllt waren. Die Silberbecher, die im südwestdeutschen Raum entstanden sind, stammen wohl aus vornehmen, adeligen Besitz. Durch die Münzen kann der Schatz in die Zeit zwischen 1347 und 1349 datiert werden. Die Zusammensetzung des Münzfundes mit einem fast 80 %-igen Anteil an verschiedenen Speyerer Hellern verweist auf die Herkunft aus der Stadt Speyer.

Der Fund von Lingenfeld lässt sich durch die Münzdatierung und durch seine Zusammensetzung mit einem historischen Ereignis in Verbindung bringen. Im Jahre 1348/49 setzte durch die Ausbreitung der Pest eine Pogromwelle gegen die jüdische Bevölkerung ein. Die Juden wurden zu Unrecht beschuldigt, durch Vergiftung der Brunnen die Pestepidemie ausgelöst zu haben. Sie wurden verfolgt, ermordet und ihr Besitz wurde geplündert.

In Speyer setzte – quasi als vorbeugende Maßnahme – die Verfolgung noch vor Ausbruch der Seuche ein. Einigen Juden gelang 1349 die Flucht aus Speyer. Offenbar hatte einer der Verfolgten den Weg zum sicheren kurpfälzischen Germersheim eingeschlagen. Bei Lingenfeld geriet er in eine gefährliche Situation, die ihn veranlasste seinen geretteten Besitz – den Silberschatz – zu vergraben. Aus unbekannten Gründen hatte er sein Eigentum später nicht mehr bergen können.

Das Eintauschen von Schmuck und kostbaren Gefäßen als Pfand für Geld bei jüdischen Geldverleihern ist durch verschiedene Quellen belegt. Christen durften im Mittelalter kein Geld gegen Zinsen oder Pfand verleihen. Die Silbergefäße und Schmuckstücke von Lingenfeld lassen vermuten, dass es sich hier um Gegenstände aus Pfandgeschäften eines jüdischen Geldverleihers handelt. Als der jüdische Bürger aus Speyer fliehen musste, hat er natürlich sein Bargeld und die wertvollen Pfänder mitgenommen. Sein weiteres Schicksal bleibt im Dunklen der Geschichte verborgen.

Guter Rat auf vergilbtem Papier

Ratsprotokolle als Quelle zur Geschichte der Juden in Mannheim

Wer gegen wen und warum? Die Mannheimer Stadtratsprotokolle aus dem 17. Jahrhundert verschweigen nichts: Es wurde lamentiert und gestritten. Mannheim im 17. Jahrhundert. Nach dem 30jährigen Krieg war die Stadt verwüstet. Durch eine aktive Bevölkerungspolitik betreibt Kurfürst Karl Ludwig den Aufbau des Gemeinwesens. Privilegien sichern den Zuzüglern ihre Existenzgrundlage, wohlhabende Siedler waren besonders gern gesehene Kolonisten. In dieser Zeit lassen sich Menschen aus dem In und Ausland in Mannheim nieder. Schon bald tummeln sich die verschiedensten Nationalitäten: Neben niederländisch und französisch sprechenden Gemeinden gab es auch bald eine deutschjüdische Gemeinde.

Verwaltung und Rechtsprechung regelte der Stadtrat. Wer Klage erheben wollte, mußte vor dem Rat erscheinen, Zivilprozesse bestimmten in diesen Tagen das Geschehen. Aus den Protokollen der Sitzungen, die für die Zeit der Regentschaft von Kurfürst Karl Ludwig (16611680)lückenlos im Mannheimer Stadtarchiv erhalten sind, ergibt sich eine Wirtschaftsund Sozialgeschichte, die auch rund 1300 Eintragungen aus dem jüdischen Leben beinhaltet.

Es waren die Anfänge jüdischen Lebens in Mannheim. Juden hatten,weitgehende Rechte, aber auch Pflichten. Sie mußten Abgaben leisten, Schutzgelder zahlen und innerhalb eines Jahres ein Haus bauen. Dafür bekamen sie unter anderem Religions und Gewerbefreiheit zugesichert. Ihre Sonderstellung wurde in der 1. Mannheimer Judenkonzession 1661 festgehalten. Neben den deutschen Juden  viele kamen aus Worms und Frankfurt  waren auch portugiesische Juden, die vermutlich aus Südfrankreich einwanderten, gern gesehene Immigranten.

1663 hatten sich bereits 15 Familien in Mannheim angesiedelt, 1680 waren es 80. Neben einem Rabbiner durfte die Gemeinde einen Vorsänger und einen Schulmeister beschäftigen. Auch hatten die Juden das Recht zum Unterhalt einer Synagoge, eines Bades und eines Begräbnisplatzes. Die Kosten mußte die Gemeinde selber tragen. Der größte Teil der jüdischen Hausbesitzer siedelte sich in dem Bereich der heutigen E und FQuadrate an. Die Synagoge entstand auf dem Gelände von F 2, der Begräbnisplatz auf dem Quadrat F 7. Besonders streng wurden die Baubestimmungen überwacht, denn der Rat war um ein einheitliches Stadtbild bemüht.

Schwerpunkt der wirtschaftlichen Aktivitäten der Juden in Mannheim war bald der Textilhandel mit dem In und Ausland. Daneben betätigten sich Juden aber auch im Produkten, Vieh, Leder und Kräuterhandel. Auch Handwerker ließen sich in der Stadt nieder, 1672 gab es bereits zehn jüdische Metzger zum Unmut ihrer 13 christlichen Kollegen, die wiederholt vor dem Rat aus Neid gegen die lästige Konkurrenz zu Felde zogen. Dann wurde heftig lamentiert, gestritten und geschrien. Der Rat ließ sich jedoch von solch maßlosen Gefühlsausbrüchen wenig beeindrucken: In der Regel wurde ein Vergleich vermittelt, die Rechtsprechung war milde.

Aus: Mannheimer Morgen, 21.11.1992, aph

Der Speyerer Judenhof als architektonisches Kleinod

Über Jahrzehnte hinweg dämmerte in Speyer zwischen Hinterhäusern ein verfallenes und mit Unkraut bewachsenes Areal dahin. Lediglich ein paar Mauerreste erinnerten daran, daß hier einmal die Synagoge der alten Reichsstadt stand, die bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts abgetragen worden war. Den Einwohnern der Stadt schien vergessen, welches architektonisches Kleinod hier tief im Boden verborgen liegt. Diesen Beitrag weiterlesen »

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